„Fabia-haft“

4,1 Millionen Exemplare hat Skoda seit 1999 von seinem Fabia abgesetzt. Damit da in nächster Zeit noch ein paar hinzukommen, hat die tschechische VW-Tochter den Kleinwagen dezent aufgefrischt.

Text & Fotos: Oliver Koch

Ja, ja, der Fabia. Nach dem Octavia der Renner von Skoda. Ist ja auch kein Wunder, denn schon seit knapp 19 Jahren brachte der Fabia viele Atouts ins Rennen, wenn es um Preis-Leistungs-Verhältnis, Komfort, Verbrauch oder Wendigkeit und Parkplatzsuche geht. Vor allem Letzteres hat er sich erhalten: Mit seinen 3997 Millimetern ist das jüngste Update nur um 27 Millimeter länger als der Ur-Fabia. Doch während es 1999 noch einen Fabia-Diesel gab, sucht man den in der aktuellen Preisliste vergebens.

So steht nun ein Benziner vor der VOLKSBLATT-Redaktion, in unserem Fall mit 110 PS. Im Angebot haben die Tschechen ihre Dreizylinder-Aggregate sonst noch mit 75 oder 95 Pferdchen und in der ersten Modellreihe begnügte sich ein Aggregat mir lediglich 50 PS. Aber egal. Dann schnell den Startknopf rechts bei der Lenkradsäule gedrückt; und schon erwacht der Benziner zum Leben. Der sprintet auch hurtig los, bringt die Pferdchen mühelos auf die Straße und nach 10,1 Sekunden hat der Fabia schon die Hundertermarke geknackt. Hilfreich war dabei auch die Siebengangautomatik, die pfeilschnell und mit nur wenig Ruckeln die Gänge wechselt. Und auch wenn die Lenkung etwas schwerfällig ist, erweist sich der Tscheche als wendiger Gefährte. Nichts auszusetzen gibt es hingegen am Federungskomfort: Der Fabia schafft somit mühelos den Spagat zwischen Komfort und einer Prise Sportlichkeit; und großes Lob gebührt auch den gut dosierbaren und fest zupackenden Bremsen. Geräusch- und Abrollkomfort liegen auf dem Niveau der Kompaktklasse.

Außen wurde der Fabia dezent aufgefrischt. Die Kosmetik an Front und Heck ist marginal, die Schürzen wurden geändert und der Kleinwagen fährt nun mit einem dynamischeren Kühlergrill vor. Darüber hinaus erstrahlen dank Style LED-Paket Front- und Hecklichter in der neuesten Lichttechnologie. In Summe erweist sich die Optik als gelungener Kompromiss aus Bodenständigkeit und Sportlichkeit.

Typenschein

Skoda Fabia TSI DSG

Preis: ab € 18.600,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 22.050,27 unter anderem inklusive Care Connect € 382,53, Scheinwerferreinigungsanlage € 135,30, Style Austria-Paket € 1086,09 und Style LED-Paket € 862,23; einen Skoda Fabia (Active 75 PS TSI) gibt es ab € 12.700,-
NoVA/Steuer: 3 %/ € 424,08 jährlich
Garantie: 2 Jahre ohne km-Begrenzung, 3 Jahre Lackgarantie, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder alle 2 Jahre

Technische Daten:
Motor: R3, 12V, Turbolader, Direkteinspritzung, 999 cm³, 81 kW/110 PS bei 5000 U/min, max. Drehmoment 200 Nm bei 2000-3500 U/min
Getriebe: Siebengangautomatik
Antrieb: Frontantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 194 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 10,1 s
Leistungsgewicht: 10,5 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 4,7 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 6,7 Liter
CO2-Ausstoß: 106 g/km
NOx: 0,0278 g/km; Euro 6

Eckdaten:
L/B/H: 3997/1732/1467 mm
Radstand: 2470 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 1155/1620 kg
Kofferraum: 330-1150 Liter
Tank: 45 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 215/45 R16 86H auf 16“-Alus/-Stahl

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/TPMS
Airbags: 6

Im Innenraum trübt jedoch das spartanisch wirkende Cockpit das Gesamtbild. Auch wenn das Konzept auf Sachlichkeit und Ergonomie aufgebaut ist, fühlen sich die Materialien nicht besonders hochwertig an, darüber kann auch der Touchscreen – samt intuitiver Bedienbarkeit – nicht hinwegtäuschen. Denn der Fabia ist auch kein Schnäppchen mehr; gut 22.000 Euro muss man dafür mittlerweile mit ein paar Extras berappen. Die „Simply-Clever“-Lösungen, wie beispielsweise die Parkuhrhalterung oder der Eiskratzer inklusive Profiltiefe-Messskala, zeugen jedoch davon, dass sich die Skoda-Ingenieure einiges bei dem Bestseller gedacht haben.

Darüber hinaus erweist sich der 1,732 Meter breite Tscheche auch als Raumwunder. Klarerweise ist der Platz in der zweiten Reihe nicht gerade üppig, schließlich handelt es sich um einen Kleinwagen, aber Bein-, Seiten- und vor allem die Kopffreiheit sind erstaunlich großzügig. Attribute übrigens, die erst recht für den Platz für Fahrer und Beifahrer gelten, allerdings könnten die Sitze ruhig eine Spur mehr Seitenhalt geben.
Nicht ganz so voluminös geht es jedoch im Gepäckabteil weiter: Mit 330 Litern Fassungsvermögen liegt er unter dem Klassenschnitt. Zudem ist der Kofferraum ziemlich tief, was auch die sehr gute Verarbeitung nicht komplett wettmachen kann. Allerdings lässt sich der Frachtraum des Kleinwagens problemlos erweitern. Einfach die Rücksitze im Verhältnis 60:40 umklappen und schon steht ein Laderaum mit 1150 Litern Volumen zur Verfügung.

In der mittleren Ausstattungslinie namens Style kann sich die Serienmitgift durchaus sehen lassen. Neben einem 6,5 Zoll großen Touchscreen, Lederlenkrad massig Chrom im Innenraum wartet der Fabia zusätzlich mit elektrischen Fensterhebern, Klimaanlage, Lichtassistent, Parksensoren sowie Front-Radar inklusive City-Notbrems-Assistenten auf. Mit ein paar Extras – erwähnenswert ist das Style Austria-Paket mit Regensensor, Fernlichtassistent, Rückfahrkamera, adaptivem Tempomat und abgedunkelten Scheiben ab der B-Säule – ist der Tscheche mit gut 22.000 Euro zwar kein Schnäppchen mehr aber immer noch sehr fair bepreist.

Fazit: Wir sagen nur: Im Großen und Ganzen Fabia-haft.

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