Markus Ebert

Meinung

von Markus Ebert

Fairness einmahnen

Eher in die Binsen gegangen ist der Versuch der Bundes-SPÖ, den anderen Parteien ein Fairnessabkommen für den Nationalratswahlkampf schmackhaft zu machen. Einmal abgesehen davon, dass es ohnehin eine Selbstverständlichkeit sein sollte, dass alle Parteien respektvoll miteinander umgehen, ist das rote Ansinnen scheinheilig.

Denn immer wieder tun sich einzelne SPÖ-Funktionsträger dabei hervor, andere anzupatzen. Man denke etwa an den Tiroler SPÖ-Chef Georg Dornauer, der erst kürzlich auf Basis eines mutmaßlichen Fake-Mails eine ÖVP-Mandatarin öffentlich der Annahme illegaler Parteispenden bezichtigte. Reaktion der Bundes-SPÖ: Schweigen.

Jetzt hat sich wieder einmal die SPÖ-Langenzersdorf hervorgetan und den Brandanschlag auf die FPÖ-Zentrale in St. Pölten dazu benutzt, zwischen Blauen und Nazis eine Analogie herzustellen. Es ist nicht der erste Ausritt der niederösterreichischen Genossen, Worte des Bedauerns aus der Bundes-SPÖ waren nie zu hören.

„SPÖ-Vorsitzende Rendi-Wagner hat in ihren Provinzen Personalprobleme.“

Man kann es drehen und wenden wie man will: SPÖ-Vorsitzende Pamela Rendi-Wagner hat in ihren Provinzen Personalprobleme, die auf die rote Spitzenkandidatin zurückfallen. Eigentlich müsste die SPÖ-Chefin schon aus Eigennutz auf den Tisch hauen und für Fairness im Umgang mit den Mitbewerbern sorgen.

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