Falsche Polizisten machten reichlich Beute: Schuldsprüche für sieben Wiener Helfer

Im Prozess gegen eine österreichische Bande, die Betrügern im großen Stil geholfen haben sollen, ältere Leute auszunehmen, ist am späten Freitagnachmittag ein Urteil ergangen. Sieben Beschuldigte erhielten Haftstrafen in der Höhe von sechs Monaten bis vier Jahren. Ein Angeklagter wurde im Zweifel freigesprochen.

Drei Urteile sind bereits rechtskräftig.

Den Opfern wurde am Telefon vorgegaukelt, dass es Kriminelle auf ihre Wertsachen abgesehen haben. Um diese zu schützen, sollten sie an einen „Polizisten“ ausgehändigt werden. Einer deutschen Ärztin nahmen sie so Gold in Höhe von einer halben Million Euro ab. Von den Hintermännern aus der Türkei wurde übrigens nur einer gefasst.

Die meisten erhielten Schuldsprüche wegen gewerbsmäßigen schweren Betruges, krimineller Vereinigung und Geldwäscherei. Der 23-Jährige, der die illegale Tätigkeit an Land gezogen hatte, bekam mit vier Jahren Haft die höchste Strafe der Bande. In vier Fällen erbaten sich sowohl Beschuldigte als auch die Staatsanwältin Bedenkzeit. Den Geschädigten muss der Schaden wieder gut gemacht werden.

„Besondere Dreistigkeit und Skrupellosigkeit“

Die Angeklagten seien mit einer „besonderen Dreistigkeit und Skrupellosigkeit“ vorgegangen, sagte die Vorsitzende des Schöffensenats, Martina Frank, in ihrer Urteilsbegründung. Die Bande sei auf diese Art und Weise relativ rasch zu relativ viel Geld gekommen. „Aus generalpräventiven Erwägungen müssen die Strafen dementsprechend ausfallen. Für Nachahmungstäter muss klar sein, dass sich das nicht auszahlt“, sagte die Richterin.

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