Familien in der Krise belastet: Hilfswerk passt sein Angebot an

Weil Eltern nicht unbegrenzt Urlaub haben: Nachmittags- und Sommerbetreuung werden ausgebaut, vor allem auch am Land

V. l.: Obmann LAbg. Wolfgang Hattmannsdorfer, OÖ Hilfswerk-Geschäftsführerin Viktoria Tischler und IMAS-Chef Paul Eiselsberg
V. l.: Obmann LAbg. Wolfgang Hattmannsdorfer, OÖ Hilfswerk-Geschäftsführerin Viktoria Tischler und IMAS-Chef Paul Eiselsberg © Cityfoto/Simlinger

Die Corona-Krise hat 46 Prozent der oö. Familien vor große Herausforderungen gestellt, acht von zehn glauben, dass sie nachhaltige Veränderungen im Alltag nach sich zieht. Das hat eine vom OÖ Hilfswerk in Auftrag gegebene IMAS-Umfrage unter 151 Eltern von Kindern bis zehn Jahren gezeigt.

Die größten Herausforderungen für sie sind die reduzierten Sozialkontakte sowie die Übernahme schulischer Aufgaben, die Beschäftigung der Kinder und auch die Organisation der Betreuung. Verändert habe sich durch die Krise auch die Bedeutung von Lebenszielen, wie IMAS-Chef Paul Eiselsberg betont.

Das gesunde und bewusste Leben sowie das harmonische Familienleben haben an Bedeutung gewonnen. Was den familiären Zusammenhalt betrifft, so bezeichnen ihn 54 Prozent als sehr gut. Somit wird in den Familien auch ein hohes Maß an Geborgenheit und Sicherheit vermittelt. Trotz aller Belastungen bleibt aber die Hoffnung auf Besserung.

Mehr als die Hälfte der Eltern (53 Prozent) glaubt an eine wirtschaftliche Erholung 2022, ebenso viele meinen, dass Oberösterreich besser durch die Krise kommt als andere Bundesländer.

Menschen begleiten

Für das OÖ Hilfswerk bedeute dies, dass die Menschen „durch das derzeitige ‚Tal‘ gut begleitet werden müssen“, betonte Obmann Wolfgang Hattmannsdorfer.

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Die Sozialorganisation will daher heuer ihr Betreuungsangebot ausbauen und setzt dabei auch auf die Digitalisierung. Gut 400 Gruppen gibt es aktuell in OÖ, wie Hilfswerk-Geschäftsführerin Viktoria Tischler ausführt, 700 Pädagogen sind dafür im Einsatz.

Erweitert werden sollen die Nachmittagsbetreuung und die Schulassistenz für Kinder mit Förderbedarf, um keine Kinder zu „verlieren“. Dabei soll die Betreuung vor allem auch im ländlichen Raum garantiert werden.

„Selbst wenn sie nur von zwei, drei Kindern genutzt wird“, wie Hattmannsdorfer betont. Und zu guter Letzt wird auch die Sommerbetreuung heuer ausgebaut — mit dem Fokus auf Gemeinden, in denen die Kindergärten geschlossen haben. „Wir müssen sicherstellen, dass die Betreuung funktioniert, denn die Eltern haben nicht unbegrenzt Urlaub“, betont der Hilfswerk-Obmann.

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