Famose Orchesterkultur

Busoni unter Poschner

Der inspirierende Chefdirigent des Bruckner Orchesters Markus Poschner
Der inspirierende Chefdirigent des Bruckner Orchesters Markus Poschner © Christian Herzenberger

Von Fridolin Dallinger

„Wolkenkratzer-Konzert“, so bezeichnete Ferruccio Busoni sein 1904 vollendetes „Konzert für Klavier und Orchester mit Männerchor“. Am Donnerstagabend kam nun im Abonnementkonzert des Brucknerhauses dieses mit fünf Sätzen wahrlich ausufernde Werk zur seltenen Aufführung. Der vorrangig in Deutschland sesshaft gewesene Komponist verrät in dem spätromantischen Werk sein italienisches Geburtsland vor allem in der mitreißenden Tarantella. Der Klavierpart bietet viel Tastendonner, selten verinnerlichte Poesie. Im Orchesterpart sind unzählige Details zu entdecken, vereint mit dem Männerchor und dem Soloinstrument werden beeindruckende Höhepunkte erreicht. Als Ausführende bewährten sich das famose Bruckner Orchester unter seinem inspirierenden Chefdirigenten Markus Poschner, der sicher agierende Chorus Viennensis und nicht zuletzt der kanadische Pianist Marc-Andre Hamelin, der den riesigen Solopart auswendig spielte.

Als Zugabe bot er eine höchst eigenwillige Interpretation von Schuberts As-Dur-Impromptu. Eine überragende, hinreißend gestaltete Wiedergabe der 4. Symphonie von Johannes Brahms ließ die partnerschaftliche Übereinstimmung von Orchester und Dirigent offenbar werden. Eine mustergültige Demonstration famoser Orchesterkultur!

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