Fast 182.000 Energiekunden wechselten im Halbjahr ihre Lieferanten

Im ersten Halbjahr haben sich in Österreich 181.667 Haushalte und Unternehmen neue Strom- und Gaslieferanten gesucht – deutlich weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als es rund 217.800 waren. Im zweiten Quartal, in der Coronakrise, hat die Wechselaktivität laut Energieregulierungsbehörde E-Control nachgelassen, denn bis März waren es heuer 116.381 gewesen.

Das sei nicht überraschend, denn zu Beginn der Krise sei ein Lieferantenwechsel nicht im Fokus der Kunden gestanden. Das könnte sich im Herbst wieder ändern, denn ein Wechsel helfe auch dabei, das Haushaltsbudget zu entlasten, erklärte E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch am Dienstag in einer Aussendung.

Die Wechselrate betrug bei Strom im Halbjahr 2,2 Prozent und bei Gas 3,5 Prozent. Den Stromanbieter wechselten in den ersten sechs Monaten 136.047 Kunden, darunter 102.263 Haushalte. Einen neuen Gaslieferanten suchten sich 45.620 Kunden, darunter 41.584 Haushalte.

Erneut am häufigsten wechselten Oberösterreicher im Verhältnis zur Kundenzahl ihren Strom- bzw. Gaslieferanten – und das bereits zum wiederholten Male. So suchten sich in OÖ bei Strom 3,5 Prozent bzw. 36.304 Kunden einen neuen Lieferanten, bei Gas 5,1 Prozent bzw. 7.338 Kunden. Am zweithäufigsten wechselten bei Strom und bei Gas die Kärntner ihren Lieferanten, bei Strom zu 2,4 Prozent (9.352 Kunden) und bei Gas zu 4,5 Prozent (622 Kunden). An dritter Stelle folgten bei Strom die Wiener und die Niederösterreicher mit je 2,3 Prozent (35.361 Kunden in Wien und 20.277 Kunden in NÖ), bei Gas ebenfalls die Niederösterreicher mit 4,2 Prozent oder 12.246 Kunden. Das geringste Wechselerfordernis sahen erneut Kunden in Vorarlberg mit Wechselraten von 0,8 Prozent bei Strom und 1,5 Prozent bei Gas.

Um die Stromkosten nicht ausufern zu lassen, rät E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer dazu, Energie sinnvoll und effizient zu nutzen. Denn bei den Haushalten sei anzunehmen, dass der Stromverbrauch in der Coronakrise gegenüber den vergangenen Jahren tendenziell eher steige – zumindest war das im ersten Quartal bei den Haushalten so, insgesamt nicht. Vielfach gebe es weiterhin Home-Office-Regelungen, der Urlaub werde oft zuhause verbracht, und für viele Kinder stehe das gewohnte Ferien-Freizeitprogramm nicht zur Verfügung. Deshalb würden Geräte daheim stärker genutzt, der Computer laufe öfter und länger, und es würden daheim auch Klimaanlagen intensiver genutzt.

Derzeit spart sich laut E-Control ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden (kWh) Strom bei einem Wechsel im ersten Jahr bis zu rund 270 Euro inklusive Neukundenrabatt und 150 Euro ohne Neukundenrabatt. Bei Gas beträgt die Ersparnis bei einem Durchschnittsverbrauch von 15.000 kWh im Jahr bis zu 650 Euro inklusive Neukundenrabatt und ohne Neukundenrabatt bis zu rund 340 Euro.

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