Fast hundert Tote durch Cholera-Ausbruch in Nigeria

Im Nordosten Nigerias sind nach Angaben der Vereinten Nationen fast hundert Menschen an der Cholera gestorben und tausende erkrankt. In den Bundesstaaten Yobe und Borno seien in den vergangenen zwei Wochen 97 Cholera-Tote registriert worden, teilte das UN-Büro für humanitäre Hilfe (Ocha) am Samstag mit.

Die ersten Fälle der bakteriellen Durchfallerkrankung waren vor zwei Wochen in Borno gemeldet worden, wo hunderttausende Menschen in Flüchtlingslagern leben. Inzwischen wurden mehr als 3.000 Fälle registriert.

Die Menschen im Nordosten Nigerias leiden seit Jahren unter dem Aufstand der Rebellengruppe Boko Haram. Boko Haram kämpft seit 2009 gewaltsam für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias.

Die Gruppe verübt unter anderem Angriffe auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen. In dem Konflikt wurden bereits mehr als 20.000 Menschen getötet und 2,6 Millionen in die Flucht getrieben. Der Konflikt weitete sich auch auf Nigerias Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger aus.

Am Mittwoch hatte die UNO bekanntgegeben, dass in der Region um den Tschadsee seit Jahresbeginn schon mehr als 500 Menschen an der Cholera gestorben seien. Es handelt sich demnach um die schlimmsten Cholera-Epidemie in der Region seit vier Jahren.

Nach Angaben der UNO sind mehr als sechs Millionen Menschen in Gefahr, wenn der Ausbruch nicht sofort eingedämmt wird. Bevorstehende Regenfälle und Überschwemmungen könnten die Ausbreitung demnach noch beschleunigen.

Cholera ist eine hoch ansteckende, durch Bakterien verursachte Krankheit. Sie wird durch verschmutztes Wasser oder Nahrungsmittel übertragen. Die Erkrankten leiden unter starkem Brechdurchfall, der zum Tod führen kann.