Fast nur Drittstiche nachgefragt

Kaum Erstimmunisierungen – Kapazität von 120.000 Stichen pro Woche

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Für einen Ansturm an Impfwilligen ist das oö. Impf-Management bestens gerüstet. Pro Woche könnten inklusive den niedergelassenen Ärzten 120.000 Menschen gegen Corona immunisiert werden.

Doch der kurzfristige Run – vor allem auf den dritten Stich – unmittelbar, nach der politischen Verkündung der mit 1. Februar geplanten Impfpflicht, ist schon wieder abgeebbt.

So stieg die Anzahl der Immunisierungen von 105.800 in der KW 46 auf 120.000 Stiche in der KW 47. In der KW 48 waren es sogar 127.000 und kurz vor Weihnachten (KW 50) noch 117.000. Zu den Feiertagen reduzierte sich die Nachfrage auf 50.000 Impfwillige, in der ersten Jänner-Woche waren es nur 42.000 Stiche.

„Mit Abstand die meisten Impfungen betrafen aber die Drittstiche“, erläutert Impfkoordinator Gerhard Durstberger im VOLKSBLATT-Gespräch. Die Erststiche sind lediglich von 1750 auf 3500 gestiegen und liegen jetzt zwischen 1000 und 2000, zu den Feiertagen waren es nur 500.

Bald nur noch 60 Prozent Vollimmunisierung

Aktuell beträgt die Rate der Vollimmunisierten inklusive der Genesenen in Oberösterreich 66,9 Prozent. Den dritten Stich haben bisher 41,1 Prozent der Gesamtbevölkerung erhalten. Mit der Verkürzung der Gültigkeitsdauer des Impfzertifikats auf 180 Tage verlieren aber in nächster Zeit sieben Prozent der Bevölkerung in OÖ ihren 2G-Status.

Das Land wird nicht müde, immer wieder Impfaktionen oder -anreize zu setzen. Nach dem Erfolg der ersten konzertierten Gemeinde-Impfwoche, die die Impfquote um 1,2 Prozentpunkte hob, läuft aktuell bis 23. Jänner eine zweite Aktion, bei der es 80 lokale Impfinitiativen gibt.

„Je niederschwelliger das Angebot und je mehr ein lokaler Proponent dahintersteht, ob das der Bürgermeister oder ein Vereinsobmann ist, desto deutlicher merkt man, dass das Angebot genützt wird“, schildert Durstberger.

Auch das dieswöchige Mail an jene 375.000 Oberösterreicher, die via Landeshomepage bereits für sich oder jemand anderen einen Impftermin gebucht hatten, hat schon Wirkung gezeigt. Aktuell wurden unter www.ooe-impft.at rund 20.000 Termine gebucht, allerdings sind innerhalb von vier Wochen noch 200.000 Termine frei. Davon wurden 2650 Termine für Kinder von fünf bis elf Jahren (Impfquote 13,3 Prozent) gebucht, 17.000 wären für die Jungen noch frei.

Eindeutigen Nachholbedarf sieht Durstberger in den Altersgruppen fünf bis 19 Jahre und zwischen 30 und 50 Jahren. Um die Jugendlichen zu erreichen, touren derzeit Impfbusse durchs Land, die vor Schulen Halt machen. Dort können sich aber auch Erwachsene unkompliziert impfen lassen.

Mit Stand Mittwoch wurden in OÖ bei 1,5 Mio. Einwohnern 2.652.839 Corona-Impfungen verabreicht, davon entfallen 1.050.429 auf den ersten, 987.434 auf den zweiten und 614.976 auf den dritten Stich.

Von Michaela Ecklbauer

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