Fauci: Zahl der Neuinfektionen in USA viel zu hoch

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in den USA ist dem renommierten Immunologen Anthony Fauci zufolge immer noch viel zu hoch, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Das gegenwärtige Niveau von rund 40.000 Infektionen pro Tag sei “inakzeptabel hoch” und müsse auf 10.000 oder “hoffentlich weniger” fallen, sagte Fauci am Mittwoch.

Alle Menschen in den USA müssten Vorsichtsmaßnahmen wie das Tragen von Masken, das Vermeiden von Menschenansammlungen und das Einhalten eines persönlichen Sicherheitsabstands befolgen, um die Pandemie einzudämmen, forderte Fauci. “Wir müssen runterkommen”, forderte Fauci, der auch die Regierung berät. Dies sei besonders wichtig, weil die kalte Jahreszeit bevorstehe, in der sich die Grippe und das Coronavirus verstärkt ausbreiten könnten.

Fauci zeigte sich zuversichtlich, dass es bis Jahresende Gewissheit geben werde, welcher der derzeit erprobten Impfstoffe sicher und wirksam sei. Er sei “vorsichtig optimistisch”, dass es bis dahin mindestens einen wirksamen Impfstoff geben werde.

In den USA, einem Land mit 330 Millionen Einwohnern, gibt es Daten der Universität Johns Hopkins zufolge bisher fast 6,1 Millionen bekannte Corona-Infektionen und 185.000 Todesfälle. Die USA sind mit Abstand das am stärksten von der Pandemie betroffene Land – sowohl bei den Infektions- als auch bei den Todesfällen.

US-Präsident Donald Trump, der Anfang November wiedergewählt werden will, steht wegen seines Umgangs mit der Seuche in der Kritik. Lange Zeit hatte er bestritten, dass Mund-Nase-Bedeckungen helfen können, die Verbreitung des Virus einzudämmen. Zudem drängt er die Gouverneure der US-Bundesstaaten, die Beschränkungen des öffentlichen Lebens aufzuheben. Denn die Coronakrise schlägt erheblich auf die US-Wirtschaft durch. Rund 22 Millionen Menschen haben ihren Job verloren. Trump verlangt auch, dass die Schulen im Land wieder öffnen.

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Doch New York City hat beschlossen, die Wiederaufnahme des Betriebes an öffentlichen Schulen um elf Tage auf den 21. September zu verschieben. Darauf habe man sich mit den Lehrergewerkschaften verständigt, die mehr Schutz verlangt hatten, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. Die Schüler sollen auch in einer Mischung aus Präsenz- und Online-Unterricht lernen. New York City hat das größte öffentliche Schulsystem des Landes, gefolgt von Los Angeles und Chicago. In diesen beiden Städten wird das neue Schuljahr nur mit Online-Unterricht begonnen.

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