Felbermayr rechnet mit stärkerer und längerer Inflation

Die Inflation dürfte heuer stärker ausfallen und länger andauern als erwartet, erklärte der Chef des Wirtschaftsforschungsinstituts, Gabriel Felbermayr, Freitag in der „ZiB2“. Das Wifo werde seine Prognose nach der Korrektur auf 6,5 Prozent Ende Mai „noch weiter erhöhen müssen“, und zwar „Richtung 7,5 Prozent“. Die „Trendwende“ erwartet Felbermayr nicht mehr im Spätsommer, sondern erst im zweiten Quartal 2023. Er drängte deshalb auf schnelle Maßnahmen der Politik.

„Es sieht nicht gut aus, das Teuerungsproblem bleibt bei uns“, konstatierte Felbermayr angesichts der Preisentwicklungen auf den Agrar- und Energiemärkten. Dass die Teuerungsrate bereits, wie ursprünglich erwartet, im Spätsommer sinken könnte, sehe er jetzt nicht mehr. Der Höhepunkt stehe wohl erst im vierten Quartal bevor und eine Entlastung erst im nächsten Jahr.

„Die Zeit drängt“ aus Felbermayrs Sicht bei weiteren Maßnahmen zur Abfederung – über die die Regierung aktuell verhandelt. Vor allem bei Menschen mit geringen Einkommen wäre „maximales Tempo wünschenswert“. Die Sozialleistungen, die es noch nicht sind, müssten inflationsangepasst werden, etwa die Familienbeihilfe, Negativsteuer oder diverse Absetzbeträge, verlangte der Wifo-Chef.

Gleichzeitig sollte man den Anlass der hohen Inflation – wo dieses Problem besonders stark auftrete – nützen und „aus der Kalten Progression aussteigen“, mahnte Felbermayr. Denn die Teuerung betreffe mittlerweile auch schon den Mittelbau. Und prozentuell zu den Bezügen würde diese Maßnahme in den unteren Einkommensbereichen stärker wirken, hielt er dem Argument entgegen, dass vom Ende der Kalten Progression – in absoluten Beträgen – Besserverdienende stärker profitieren.

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