Fernduell zwischen Rapid und Sturm um zweiten Liga-Rang

25 Jahre nach der Titelentscheidung zwischen Rapid und Sturm Graz im Wiener Happel-Stadion duellieren sich diese beiden Clubs nun am Samstag um den zweiten Platz zum Abschluss der Bundesliga-Saison 2020/21. Dem Rekordmeister reicht dazu aller Voraussicht nach ein Heimsieg gegen den LASK, die Grazer müssten beim WAC punktemäßig besser abschneiden als die Hütteldorfer in ihrem Heimspiel – oder bei Siegen beider Mannschaften fünf Tore Rückstand in der Tordifferenz aufholen.

Salzburg schließt eine weitere Meistersaison mit einem Heimspiel gegen WSG Tirol ab – dem sicheren Sechstplatzierten der Meistergruppe. Alle drei Spiele beginnen am Samstag um 17.00 Uhr.

Das Kuriosum im Kampf um den Vizemeister-„Titel“: Man kommt damit zwar in die Champions-League-Qualifikation, läuft aber Gefahr, bei Niederlagen in dieser und dann auch noch in der Quali zur Europa League und schließlich zur Conference League in keiner Europacup-Gruppenphase dabei zu sein. Endrang drei hingegen garantiert zumindest knapp drei Millionen Euro Startgeld für den Platz in der Conference League. Trainer Dietmar Kühbauer machte klar, dass er sich Endrang zwei wünscht. „Unser Saisonziel war es, unter die besten drei zu kommen. Wir streben den zweiten Platz an. Sollten wir das nicht schaffen, wäre es für mich trotzdem eine sehr gute Saison.“

Gegen den LASK gibt es jedenfalls eine aus Rapid-Sicht durchwegs positive Bilanz – die vergangenen sechs Duelle endeten bei einem Unentschieden mit fünf Siegen der Hütteldorfer. Für die Linzer wiederum geht es um Platz vier: „Auf uns wartet ein echtes Schnittspiel, für beide Teams geht es um sehr viel. Wir können und wollen den vierten Platz aus eigener Kraft fixieren – der internationale Startplatz ist unser erklärtes Ziel“, erklärte Trainer Dominik Thalhammer am Tag vor dem Match.

Für Sturm Graz wiederum wäre der zweite Endrang die Veredelung einer Umbruchsaison. Nach dem jüngsten Erfolgslauf gegen Ende des ersten Jahres unter Christian Ilzer gehen die Grazer laut ihrem Trainer im Lavanttal aufs Ganze – obwohl Platz drei (fixe internationale Gruppenphase) mehr Sicherheiten gibt. „Wir versuchen immer das Maximum zu holen“, betonte Ilzer. „Der Vizemeistertitel in Österreich hat mit der Dominanz von Red Bull Salzburg einen ganz besonderen Stellenwert.“

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Mit dem WAC hat Sturm sowieso noch eine Rechnung offen. Ilzers Ex-Club stellt das einzige Team, das für die Schwarz-Weißen im Saisonverlauf unbezwingbar war. WAC-Trainer Roman Stary betonte, man habe keine Angst vor Sturm: „Sturm ist uns bisher gut gelegen.“ Der Europa-League-Sechzehntelfinalist würde mit dem Sprung auf Rang vier – den man bei einem Sieg und einer gleichzeitigen LASK-Niederlage bei Rapid erreichen würde – erneut fix international spielen, nämlich in der Conference-League-Qualifikation.

Sportlich um nichts geht es zwischen Salzburg und den Tirolern. Die Serien-Champions bekommen nach dem letzten Saisonspiel den begehrten Teller überreicht – zum inzwischen achten Mal in Folge. Mit dabei sind erstmals in diesem Jahr wieder 3.000 Heimfans, die den scheidenden Erfolgstrainer Jesse Marsch mit einem Sieg verabschieden wollen. Die WSG wiederum gedenkt nur vor dem Anpfiff Spalier zu stehen. Es gehöre sich, „den österreichischen Meister zu ehren. Aber ich hoffe, dass wir dann zu Spielbeginn die Tugenden, die wir in den letzten Wochen häufig zeigen konnten, noch einmal auf den Platz bringen“, sagte Trainer Thomas Silberberger.

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