Festliche Klänge im Schloss

Alte Musik-Spezialisten von Affinità stellten sich in Linz vor

Ensemble Affinità
Ensemble Affinità © Amarilio Ramalho

Für das Ensemble Affinità, spezialisiert auf Alte Musik auf Originalinstrumenten, hat Johanna Rachinger, Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek, die Schirmherrschaft übernommen. In der Reihe der Landeskonzerte stellte sich diese Gruppe mit festlichen und geschichtlich tragischen Werken englischer Bläsermusik im Linzer Schloss vor.

Glanzvolle Oboen- und Blockflötenklänge von Elisabeth Baumer und Mariella Cuchiero wechselten mit jenen des virtuos agierenden Lautenspielers Pietro Prosser und den Continuo-Spielern Riccardo Coelati Rama (Violone) und Takashi Watanabe (Cembalo).

Den geschichtlichen Hintergrund dieser „Music for distracted times“ erklärend, trat Moderatorin Ulli Nagy auf. Die Pavane zur Hinrichtung von Charles I. am 14. Februar 1649 beeindruckte als tief schürfendes Cembalo-Solo vom englische Komponisten Thomas Tomkins.

Freundlicher und vor allem bravourös im Duo gelang die Suite in der Fassung für zwei Oboen mit Basso continuo von Matthew Locke (1622). In gleicher Besetzung waren die gefällige Sonate von Gottfried Finger aus der Zeit um 1660 und die geschichtsträchtige Suite aus Amsterdam (um 1645) von Nicolas Derosiers.

Das Lautensolo des Thomas Mace überraschte als klangsattes Bravourstück, dem sich erst später die beiden Blockflötistinnen zugesellten. Bekannte Namen wie Henry Purcell und William Williams wurden mit Chaconne und Sonata als sehr extravagante und eher unbekannte Spielstücke ins Programm gestellt.

Den Abschluss dieser klingenden Köstlichkeiten fand das gesamte Ensemble mit der „Suite for Queen Anne“ von Jaques Paisible (Frankreich, ca. 1656) in abwechslungsreich gegliederter Form. Das Publikum bedankte sich für diesen gelungenen Abend im Barocksaal des Schlossmuseums. Christine Grubauer

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