Über 1.000 Feuerwehr-Einsätze in Vbg. nach Regenrekorden

Ahaltende Niederschläge führten in Vorarlberg zu Überschwemmungen © APA/ANGELIKA GRABHER-HOLLENSTEIN

Anhaltend intensiver Regen hat am Freitag in Vorarlberg zu über 1.000 Feuerwehreinsätzen, Niederschlagsrekorden, Überflutungen und den Zusammenbruch des Verkehrs gesorgt. Die Feuerwehren standen ab Mittag im Dauereinsatz, die innerhalb von 24 Stunden gefallenen Regenmengen übertrafen die üblichen Monatswerte bei weitem. Zahlreiche Straßen und Unterführungen waren gesperrt, von dramatischen Situationen wurde berichtet. Meldungen über Verletzte gab es vorerst aber keine.

Bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) in Feldkirch überschlugen sich die Ereignisse: Gemeldet wurden insbesondere Wassereintritte in Gebäude, vor allem Keller und Garagen liefen voll. Ebenso wurden aber Unterführungen überschwemmt, zahlreiche Straßen waren überflutet. Mehrere Autos steckten in den Wassermassen fest. Nicht befahrbar waren etwa die Rheintalautobahn (A14) in Richtung Deutschland ab Dornbirn-West und in Richtung Tirol ab Dornbirn-Nord sowie die L190 zwischen Bregenz und Lochau. Weiters unter Wasser standen Abschnitte der Bregenzerwald Straße (L200) und der Schweizer Straße (L202). Auch die ÖBB-Bahnlinie zwischen Lauterach und Lustenau war am späten Nachmittag gesperrt, ebenso war die Bahn-Verbindung ab Dornbirn in Richtung Bregenz und von dort weiter nach Deutschland nicht mehr benützbar.

Wie ORF Radio Vorarlberg berichtete, wurde am späten Nachmittag eine Person aus dem Rhein bei Lustenau geborgen, sie soll unverletzt geblieben sein. Gerettet wurden auch mehrere Personen aus einem stecken gebliebenen Fahrzeug bei der Rappenlochbrücke in Dornbirn. Die Einsätze der Feuerwehren dauerten an. In vielen Gemeinden wurden alle zur Verfügung stehenden Kräfte einberufen. Feuerwehren aus nicht so stark betroffenen Regionen halfen in den Hotspots aus. Zu den Gebieten, die am stärksten in Mitleidenschaft gezogen wurden, gehörte der Großraum Bregenz bis Dornbirn. Weiter südlich standen Götzis und die umliegenden Gemeinden im Mittelpunkt. Mehrere Kommunen, darunter die Stadt Dornbirn, riefen die Bevölkerung dazu auf, zu Hause zu bleiben, im eigenen Bereich vorzusorgen – etwa Elektrogeräte aus dem Keller zu räumen – und bei Bedarf die Nachbarn zu unterstützen.

Nach Angaben der ZAMG gab es über das ganze Land verteilt neue Rekorde an 24-Stunden-Regenmengen: In Bregenz kamen bis 16.30 Uhr über 200 Liter pro Quadratmeter zusammen (bisher Höchstwert: 174 Liter/1968), in Dornbirn waren es knapp 180 Liter (113 Liter/2013). Auch im Bezirk Feldkich fielen große Regenmengen: in Fraxern knapp 160 Liter (126 Liter/2013), in der Stadt Feldkirch 150 Liter (122 Liter/1910). In ihrer Regenwarnung hatte die ZAMG verbreitet Niederschlagsmengen von 50 bis 80 Liter prognostiziert, punktuell könnten aber auch bis zu 150 Liter pro Quadratmeter Regen niedergehen. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Niederschlagswert für den Monat August liegt in Vorarlberg bei 100 Liter.

Im Rheintal fielen laut der Vorarlberger Landeswarnzentrale allerdings in sechs Stunden bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter, das sei „eine absolute Ausnahme“. Solche statistischen Ausreißer kämen aber in den Langzeitmodellen immer wieder einmal vor, so Fachbereichsleiter Franc Magnes. Flutereignisse an den großen Flüssen erwarte man derzeit nicht, da die Flüsse zuvor Niedrigwasser geführt hatten. Kleinräumig seien allerdings Bäche über die Ufer getreten. Im Rheintal sei die größte Intensität der Niederschläge am Nachmittag überschritten worden, man rechne mit einer Verlagerung in den Bregenzerwald. Zudem sei laut den Prognosen ein Ende absehbar. Der Vorschau der ZAMG zufolge waren noch bis zum Abend kräftige Regenfälle zu erwarten, in der Nacht sollten diese dann in Schauer mit vereinzelten Regenpausen übergehen. Eine Beruhigung sei für Samstag zu erwarten, hieß es aus der ZAMG.

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Das für die Niederschläge verantwortliche Genuatief hatte auch für eine Regenwarnung für Nordtirol gesorgt. In Tirol waren bis Freitagmittag aber keine nennenswerten Unwetter-Einsätze zu verzeichnen. Die größten Regenmengen sollten nördlich des Inn fallen, an der Grenze zu Bayern. In der Nacht auf Samstag soll sich der Niederschlagsschwerpunkt stärker ins Unterland verlagern.

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