Feyenoord-Legionär Trauner ortet andere Fußball-Dimension

Feyenoord -Legionär Trauner im Interview über neuen Klub, neue Liga und das Nationalteam

Gernot Trauner macht eine gute Figur bei Feyenoord.
Gernot Trauner macht eine gute Figur bei Feyenoord. © AFP/de Jonge

Ende Juli wechselte Gernot Trauner vom LASK und damit von der österreichischen Fußball-Bundesliga zu Feyenoord Rotterdam. Der 29-jährige Innenverteidiger im Gespräch mit dem VOLKSBLATT über seinen neuen Klub, die niederländische Liga und die Nicht-Berücksichtigung im Nationalteam.

Sind Sie schon angekommen in Rotterdam?

GERNOT TRAUNER: Auf jeden Fall, seit zwei Wochen ist auch meine Familie da, wir haben eine schöne Bleibe ein wenig außerhalb der Stadt gefunden und fühlen uns wirklich sehr wohl. Jetzt startet auch das private Leben hier so richtig, denn die Kinder kommen in die Schule.

Was haben Sie bisher von der Stadt gesehen?

Gerade am Anfang, als ich noch alleine hier war und in einem Hotel mitten in der Stadt gewohnt habe, bin ich viel zu Fuß herumgegangen und habe so einiges erkundet. Auch beim Hafen und am Meer waren wir schon — Rotterdam ist jedenfalls eine sehr interessante Stadt.

Sportlich läuft es mit Rang fünf — vier Punkte hinter Tabellenführer Ajax, aber einem Spiel weniger — sowie dem Einzug in die Gruppenphase der Conference League auch sehr gut, oder?

Ja, wir sind gut dabei, auch wenn wir vor der Länderspielpause einen Dämpfer erlitten haben. Ich denke, wir sind im Soll, müssen aber natürlich noch stabiler werden. Auch ich persönlich kann zufrieden sein, denn ich bin bisher jede Spielminute auf dem Platz gestanden.

Die Umstellung von der Dreierkette beim LASK auf die Viererkette bei Feyenoord war kein Problem?

Nein, mir geht es sehr gut damit, auch wenn es natürlich ein wenig eine Umstellung war. Wir agieren in manchen Situationen gegen den Ball etwas abwartender als beim LASK, da habe ich mich adaptieren müssen. Aber ich kann trotzdem meine Stärken ausspielen.

Wie schaut die Zielsetzung von Feyenoord aus?

Wir haben keinen Tabellenplatz definiert, denn Feyenoord hat mit dem neuen Trainer (Arne Slot/Anm.) einen neuen Weg eingeschlagen. Was ich gehört habe, hat Feyenoord zuvor abwartend, passiv und defensiv gespielt. Jetzt wollen wir, ähnlich wie beim LASK, nur mit mehr Ballbesitz, sehr aggressiv gegen den Ball arbeiten und einen attraktiven Fußball zeigen. Wie man weiß, dauert so ein Prozess ein wenig, aber es ist gut angelaufen. Es gibt aber natürlich auch noch genug Verbesserungspotenzial.

„Intensität und Umfang noch ein bisschen höher“

Wie würden Sie das Niveau der niederländischen Liga beurteilen und wie fällt der Vergleich zu Österreich aus?

Sehr hoch. Es ist sehr viel Qualität vorhanden, die Mannschaften sind sehr spielstark und es gibt sehr viele junge Spieler mit großem Potenzial. Im Training sind Intensität und Umfang noch ein bisschen höher und es wird alles mit Ball gemacht.

Wie ist die Kabinensprache?

Gemischt — es wird niederländisch und englisch gesprochen, weil wir ja doch viele ausländische Spieler wie mich haben. Auch im Alltag kommt man mit Englisch hier wirklich sehr gut zurecht, aber ich versuche natürlich, mit einer App die Sprache zu lernen, um mitzubekommen, was geredet wird.

„Schnell gezeigt, dass es richtige Entscheidung war“

Beim LASK waren Sie der Kapitän und galten als Herz der Mannschaft. Wie ist aktuell Ihr Stellenwert bei Feyenoord?

Ich wurde gut aufgenommen, bin akzeptiert und anerkannt in der Mannschaft, die es mir wirklich leicht gemacht hat. Ich habe es mir schwerer vorgestellt, habe mich aber sehr schnell sehr wohl gefühlt. Es hat sich für mich sehr schnell das Bild ergeben, dass es die richtige Entscheidung war, dass es mir taugt. Ich konnte mit meinen Leistungen auch gleich einen guten Eindruck hinterlassen. Ich denke, dass ich meinen Platz in der Mannschaft schon gefunden habe.

Sie waren von Anfang an Stammspieler. Wie lauten Ihre nächsten Ziele?

Mit der Mannschaft erfolgreich sein, wenn das gelingt, fällt alles leichter und man steht mehr im Blickpunkt. Und im Nationalteam wieder dabei zu sein, ist immer ein persönliches Ziel.

Nicht-Nominierung hat Verteidiger „verwundert“

Hat es Sie verwundert, dass Sie trotz der vielen Ausfälle nicht für die beiden Länderspiele in Färöer und Dänemark nachnominiert wurden?

Ja, es hat mich verwundert. Ich hätte damit gerechnet, aber das liegt nicht in meiner Hand. Ich kann nur schauen, dass ich hier weiter gut spiele.

Was hat Sie nach ihrem Wechsel in die Niederlande überrascht?

Das Erkannt werden auf der Straße. Bei fast jedem Einkauf oder Spaziergang wird man angesprochen, aber die Leute sind sehr nett, nicht aufdringlich. Generell hat der Fußball hier einfach eine andere Dimension als in Österreich und die Fans von Feyenoord sind überragend, die lautesten in den Niederlanden.

Mit Feyenoord-Legionär GERNOT TRAUNER sprach Roland Korntner

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