FFP2-Pflicht: KN95-Masken unter Voraussetzungen zugelassen

FB
Video
Ich möchte eingebundene Social Media Inhalte sehen. Hierbei werden personenbezogene Daten (IP-Adresse o.ä.) übertragen. Diese Einstellung kann jederzeit mit Wirkung für die Zukunft in der Datenschutzerklärung oder unter dem Menüpunkt Cookies geändert werden.

Seit heute, Montag, ist in einigen Bereichen – wie etwa den Öffis und Lebensmittelgeschäften – das Tragen einer FFP2-Maske vorgeschrieben. Ebenfalls im Umlauf befindliche KN95-Masken sind unter gewissen Voraussetzungen ebenfalls zugelassen. Diese Produkte sollen laut dem Gesundheitsministerium aber nur verwendet werden, wenn sie nachweislich in Europa geprüft worden sind.

Die Kennzeichnung KN95 Norm besagt, dass diese Masken ähnlich gut sind, wie die europäischen FFP2-Masken, hat das Gesundheitsministerium seine Angaben am Nachmittag präzisiert. Sie können aber nur zum Einsatz kommen, nachdem sie in Europa überprüft worden sind. Zuvor hat es noch geheißen: „Da sie (KN-95-Masken, Anm.) jedoch keiner europäischen Norm unterliegen, gibt es dazu auch keine europäische Qualitätskontrolle. Sie sind also möglicherweise nicht getestet und sind daher rechtlich als ‚simpler‘ Mund-Nasen-Schutz zu beurteilen.“

Auch innerhalb der FFP2-Masken, die bis zu 94 Prozent der Partikel in der Luft filtern, muss man unterscheiden. Um auch das Umfeld zu schützen, sind nur Masken ohne Ausatemventil erlaubt. Diese müssen sowohl bei Besuchen in Alters- und Pflegeheimen als auch beim Betreten von allen geöffneten Geschäften und den Öffis getragen werden.

Im Privatbereich (Handel und Öffentlicher Verkehr) werden auch Masken mit dem Aufdruck KN95 verwendet. Um sich auf eine gleichwertige Filter- bzw. Schutzleistung verlassen zu können, sollten Konsumenten darauf achten, dass die Masken mindestens zwei der folgenden Merkmale aufweisen: ausdrückliche Bezeichnung als FFP2-Maske, CE-Zeichen, EN-Kennzeichnung oder eine vierstellige Nummer zur Identifikation des zertifizierenden Testinstituts.

Im Sozial- und Gesundheitsbereich dürfen KN95-Masken nur dann eingesetzt werden, sofern sie CPA zertifiziert sind. Aufgrund eines nationalen Erlasses ist dies möglich, unter der Voraussetzung, dass die Masken in Österreich geprüft und zertifiziert wurden. „Das heißt, man braucht hier keinerlei Bedenken haben. Damit können sich Personen in diesem besonders vulnerablen Bereich seit dem Beginn der Pandemie darauf verlassen, dass es sich um sichere Masken handelt, die der Filterleistung und dem Schutz einer FFP2-Maske entsprechen“, so das Ressort.

Die ursprünglichen Angaben aus dem Gesundheitsministerium – die Masken würden nicht der FFP2-Verordnung entsprechen – haben bei der Opposition Kritik ausgelöst. „Viele Menschen, die in den letzten Tagen Masken oft um vier oder mehr Euro pro Stück gekauft haben, haben diese Masken heute vielleicht aus Angst vor einer Infektionsgefahr weggeworfen – obwohl das eigentlich gar nicht notwendig ist“, sagte FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer in einer Aussendung. „Nur weil eine Maske aus China kommt, ist sie nicht zwingend schlecht. Es gibt eine europäische Prüfnorm, deren Einhaltung von einer Prüfstelle kontrolliert wird. Wenn das passiert ist, bekommt die Maske die CE-Prüfnorm, gefolgt von einem vierstelligen Zahlencode, der für die Prüfanstalt steht, in der die Maske in Augenschein genommen wurde. Sämtliche Informationen müssen auf der Außenseite der Maske aufgedruckt sein. Dann haben auch Masken, die nicht in Europa produziert wurden, eine Schutzwirkung, die jener von FFP2-Masken entspricht.“

☣️➡️  Mehr zu diesem Thema ⬅️☣️

„Die Position, die das Gesundheitsministerium hier öffentlich vertritt, ist rechtlich völlig unhaltbar“, sagte NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker. „Laut Verordnung muss man eine FFP2-Maske oder eine ,äquivalente‚ Maske tragen. Äquivalent bedeutet gleichwertig. Gleichwertig ist die Maske dann, wenn sie dem Träger und den Personen in seinem Umfeld denselben Schutz bietet. Das ist hier der Fall.“ Überdies würde in der Verordnung an keiner Stelle erwähnt, dass dieser Standard auch von einer europäischen Behörde überprüft werden müsse. „Mit dieser ,Krisenkommunikation‘ stiftet man nur Verunsicherung und in weiterer Folge eine massive Abwehrreaktion auf alle Maßnahmen. Ein neues Kapitel in der Pannenserie des Gesundheitsministers, dem die Message nun endgültig außer Kontrolle geraten ist“, sagte Loacker.

„Das ist ein weiteres trauriges Kapitel in der Never-Ending-Story des Corona-Chaos von (Bundeskanzler Sebastian, Anm.) Kurz und (Gesundheitsminister Rudolf, Anm.) Anschober“, konstatierte auch SPÖ-Gesundheitssprecher. „Denn die ebenfalls im Umlauf befindlichen aus China stammenden KN95-Masken sind jetzt laut Anschober – entgegen ursprünglich anderer Aussagen – doch erlaubt. Diese Produkte sollen laut dem Gesundheitsministerium aber nur verwendet werden, wenn sie nachweislich in Europa geprüft worden sind. Wer soll sich denn da noch auskennen? Das Chaos, das die Regierung hier fabriziert, ist doch der Bevölkerung nicht mehr zumutbar. Die Menschen sind schwer verunsichert, sie müssen ja auch Strafe zahlen, wenn sie eine falsche Maske tragen“, kritisierte Kucher. „Wir verlangen seit Beginn dieser Krise Klarheit und Transparenz und eine zentrale Krisenkommunikation. Das Masken-Chaos reiht sich ein in eine lange Liste von Chaos-Regelungen, Pannen und Fehlern von Ischgl über das Verordnungschaos und das Ampelchaos bis hin zum Impfchaos.“

Wie ist Ihre Meinung?