Finale Runde im Rennen um neuen Generalstabschef

Ministerin Tanner will mit allen elf Bewerbern sprechen. © APA/ROLAND SCHLAGER

Am heutigen Dienstag dürfte sich entscheiden, wer künftig Generalstabschef des Bundesheeres wird. Insgesamt haben sich elf Kandidaten für das Amt beworben, zehn davon wurden von der Begutachtungskommission als besonders geeignet angesehen. Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) wird heute noch mit allen Bewerbern ein Vier-Augen-Gespräch führen. Ob ihre Entscheidung heute oder in den kommenden Tagen bekanntgegeben wird, ist noch nicht fix.

Tanner will sich bei den Gesprächen noch „ein eigenes Bild über die Persönlichkeiten“ machen, die sich beworben haben, so die Ministerin im Ö1-„Morgenjournal“. Sie wird ihre Entscheidung dann – wie bei höheren Bestellungen üblich – zunächst dem Zentralausschuss und dem für Beamte zuständigen Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) kommunizieren und danach mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen als Oberbefehlshaber des Bundesheeres besprechen, der diese dann noch bestätigen muss, hieß es aus dem Ministerium gegenüber der APA. Erst dann werde die Öffentlichkeit informiert.

Von den elf Kandidaten wurden laut Veröffentlichung auf der Homepage des Verteidigungsministeriums sieben von der Begutachtungskommission als „in höchstem Ausmaß geeignet“ eingestuft, drei weitere als „in hohem Ausmaß geeignet“. Ein Bewerber war nur „in geringerem Ausmaß geeignet“.

Als Favorit wird nach wie vor der stellvertretende Generalstabschef und Gecko-Leiter Rudolf Striedinger gehandelt – auch wenn der 60-jährige Niederösterreicher viel Kritik einstecken musste wegen seiner Auftritte als Co-Chef des Corona-Beratungsgremiums Gecko sowie für seine Aussagen vor rund zwei Jahren, wonach die militärische Landesverteidigung nicht mehr Kernaufgabe des österreichischen Bundesheeres sei. Unter den „im höchsten Maße geeigneten“ Kandidaten sind dem Vernehmen nach neben Striedinger unter anderem auch der Leiter der Beschaffung im Ministerium, Harald Vodosek, Tanners Stabschef Friedrich Schrötter und Bruno Hofbauer, der medial mit Analysen zum Ukrainekrieg aufgefallen ist.

Die Ernennung des neuen Generalstabschefs soll laut Verteidigungsministerium, wenn alles plangemäß verläuft, im Oktober erfolgen. Der bisherige Generalstabschef Robert Brieger wurde bereits am 6. Mai verabschiedet. Er hat für die nächsten drei Jahre die Leitung des EU-Militärausschusses (EUMC) übernommen.

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