Findelkind von Lichtenberg: Strafantrag gegen Eltern

Staatsanwaltschaft wirft Mutter (26) und Vater (29) Aussetzung vor — Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen bis zu fünf Jahre Haft

Eine Welle des Mitgefühls, aber auch Empörung über das Verhalten der Eltern hat der Fund eines Neugeborenen in der Nacht auf den 26. Dezember 2019 in Lichtenberg (Bez. Urfahr-Umgebung) ausgelöst.

Der erst eine Stunde alte Säugling wurde eingewickelt in Textilien auf der Fußmatte vor einer Wohnung in einem Mehrparteienhaus abgelegt. Die Eltern des kleinen Jonathan, der daraufhin in die Obhut von Krisenpflegeeltern kam, waren bald ausgeforscht. Und noch im Jänner überführte ein DNA-Abgleich eine 26-jährige Österreicherin mit kosovarischen Wurzeln und ihren 29-jährigen Freund.

Beide gehören dem Drogenmilieu an, die amtsbekannte Frau hatte laut einer Blutprobe beim Findelkind zum Zeitpunkt der Geburt Suchtgift konsumiert.

Mutter geständig, Vater will nichts gewusst haben

Nun hat die Staatsanwaltschaft Linz Strafantrag gegen beide Elternteile wegen Aussetzung erhoben. Einen Prozesstermin beim Landesgericht Linz gibt es allerdings noch nicht.

Wer konkret den Säugling ausgesetzt hat, muss nun vor Gericht geklärt werden. „Die Frau zeigt sich dazu geständig. Der Vater will davon aber nichts gewusst haben und auch von der Geburt nichts mitbekommen haben“, erläutert die Pressesprecherin der Anklagebehörde, Ulrike Breiteneder, im Gespräch mit dem VOLSKBLATT.

Jedoch würden den 29-Jährigen, der sich derzeit wegen Suchtgifthandels in Untersuchungshaft befindet, Indizien belasten. Gegen den Mann würde auch der zeitliche Ablauf sprechen.

Im Falle einer Verurteilung drohen den Eltern des kleinen Jonathan, der vermutlich zur Adoption freigegeben wird, bis zu fünf Jahre Haft.

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