Firmen haben mehr Bedarf an kurzfristiger Finanzierung

OeNB: Häuselbauer kommen etwas schwieriger zu Krediten © APA/dpa-Zentralbild/Jens Wolf

Der Bedarf der heimischen Firmen an kurzfristiger Finanzierung von Lagerhaltung und Betriebsmitteln hat sich im zweiten Quartal 2022 erhöht und die Kreditnachfrage deutlich steigen lassen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine und die damit zusammenhängenden Lieferkettenprobleme und Preisanstiege seien die wesentliche Gründe dafür, so die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) mit Verweis auf ihre vierteljährliche Umfrage bei Banken.

„Die Nachfrage nach Unternehmenskrediten steigt nun schon seit fünf Quartalen. Im zweiten Quartal 2022 fiel der Nachfrageanstieg besonders deutlich aus. Die Banken haben zuletzt allerdings auch vermehrt Kreditanträge von kleinen und mittleren Unternehmen abgelehnt“, berichtet die OeNB heute in einer Aussendung. Die aktuelle Umfrage wurde im Juni 2022 durchgeführt. Begonnen habe die Entwicklung im vierten Quartal 2021.

Für das dritte Quartal 2022 erwarten die befragten Banken eine weiter steigende Nachfrage nach kurzfristigen Krediten, insgesamt aber keinen ausgeprägten Nachfrageanstieg, weil die Nachfrage nach (großvolumigen) langfristigen Krediten stagniere. Wobei der russische Angriffskrieg auf die Ukraine die Banken veranlasst habe, ihre Risikoanalysen anzupassen und strengere Vergaberichtlinien anzulegen. „Weitere Verschärfungen sind absehbar“, erwartet die Nationalbank.

Auch für Häuselbauer und Wohnungskäufer wird es schwieriger. „Im zweiten Quartal 2022 haben die Banken ihre Richtlinien für private Wohnbaukredite etwas verschärft. (…) Für das dritte Quartal erwarten die Banken hier weitere und deutlichere Verschärfungen der Richtlinien sowie einen Rückgang der in den letzten Jahren sehr kräftigen Nachfrage nach Wohnbaukrediten.“ Dies stehe auch mit der Einführung rechtlich verbindlicher Mindestvergabestandards bei der privaten Wohnimmobilienfinanzierung im Zusammenhang.

Zur Erklärung: Ab dem heurigen August gelten strengere Regeln bei der Vergabe von Wohnkrediten. Für den Kauf einer Immobilie müssen künftig 20 Prozent des Kaufpreises (inklusive Nebenkosten) in Form von Eigenkapital nachgewiesen werden, die monatliche Kreditrate darf höchstens 40 Prozent des verfügbaren Nettohaushaltseinkommens ausmachen und die Laufzeit der Finanzierung 35 Jahre nicht übersteigen.

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