Strugl wechselt in die Verbund-Vorstandsetage

Vertrag gilt ab Jänner 2019 für drei Jahre mit Option auf weitere zwei Jahre – Nachfolge als Wirtschaftslandesrat wird am Donnerstag von OÖVP-Chef Stelzer verlautbart

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Von Oliver Koch

Der Aufsichtsrat der Verbund AG hat am Mittwoch Michael Strugl – seines Zeichens Landeshauptmannstellvertreter und verantwortlich für das Standortressort im Land ob der Enns – in den Vorstand des größten österreichischen Energieunternehmens geholt. Strugls Vertrag beginnt mit 1. Jänner 2019 und gilt für drei Jahre bis Ende 2021 mit einer Verlängerungsoption auf weitere zwei Jahre bis zum 31. Dezember 2023.

Weiterhin vier Vorstandsmitglieder

Der künftige Stellvertreter von Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber wird für die Bereiche Energiewirtschaft, Personalmanagement, Innovation & New Business, Marketing & Kommunikation/PR, sowie für die Vertriebsbereiche Trading, Sales und New Business Solutions verantwortlich zeichnen. Das gab der Verbund nach Ende der Aufsichtsratssitzung bekannt.

Der Vertrag von Vorstandsvorsitzenden Anzengruber (62) wurde um zwei Jahre bis Ende 2020 verlängert. Der gebürtige Steyrer wird zukünftig unter anderem die Agenden Strategie, Corporate & Legal Affairs, Revision & Compliance innehaben. Als Finanzchef (CFO) wurde Peter Kollmann für drei Jahre mit Verlängerungsoption um zwei weitere Jahre wiederbestellt. Neu im Verbund-Vorstand ist Achim Kaspar, dessen Vertrag vorerst für drei Jahre gilt. Kaspar kommt von Cisco Österreich und wird die Verantwortung über den neu geschaffenen Bereich Digitalisierung sowie den gesamten Erzeugungsbereich innehaben. Damit bleibt der Vorstand des Verbunds vierköpfig. Im Vorfeld war von einer möglichen Verkleinerung auf zwei Vorstandsmandate gesprochen worden.

Verbund setzt auf „strategische Kontinuität“

„Es gab eine Vielzahl an hochqualifizierten, externen wie internen Bewerbern für die ausgeschriebenen Vorstandspositionen. Der Aufsichtsrat hat eine Mehrheitsentscheidung getroffen. Wir haben das am besten geeignete Vorstands-Team bestellt“, so ließ Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Roiss nach der Sitzung wissen. „Unsere Entscheidung bestätigt die strategische Kontinuität und erfolgreiche Fortführung des Unternehmenskurses und setzt ein Signal der Erneuerung mit Expertisen für Zukunftsthemen wie Innovation, Technologie und Digitalisierung“, so Roiss.
Strugl sieht den Weggang aus der Politik in die Wirtschaft „auch mit einem weinenden Auge“. „Ich habe dieses Standortressort mit Herzblut geführt und mit Thomas Stelzer eine starke gemeinsame Achse gebildet. Diese Zusammenarbeit war vertrauensvoll, freundschaftlich und professionell und ich danke dem Landeshauptmann für seine Unterstützung in meiner Arbeit in der Landesregierung, aber auch bei meinem Wechsel in die Wirtschaft“, so Strugl.

Am Donnerstag Entscheidung über Strugl-Nachfolge

Landeshauptmann Thomas Stelzer bezeichnete die berufliche Umorientierung Strugls als Wechselbad der Gefühle. „Ich freue mich riesig für ihn und habe seine Bewerbung auch von Anfang an unterstützt, weil ich überzeugt bin, dass er als Top-Manager der richtige Mann für diesen Job ist. Gleichzeitig bedauere ich natürlich seinen Abgang“, so Stelzer. Der von ihm eingeschlagene „neue Weg für Oberösterreich“ unter dem Motto „Chancen statt Schulden“ habe als logische Voraussetzung das Standortressort inkludiert. „Michael ist diesen neuen Weg mit voller Energie mitgegangen und hat im Standortressort viel weitergebracht“, nannte Stelzer etwa die Neuaufstellung der der Wirtschaftsagentur Bizup, die Internationalisierungsstrategie oder die Reformen im Tourismus oder in der Raumordnung als zentrale Elemente.

Wer Michael Strugl als Mitglied der Landesregierung nachfolgen wird, stand am Mittwoch noch nicht fest. Am Donnerstag Vormittag gibt OÖVP-Chef Stelzer in einer Pressekonferenz die entsprechende Entscheidung des Landesparteivorstandes bekannt.