Flüchtlinge: Portugal nimmt 50 Minderjährige aus Griechenland auf

Portugal will 50 unbegleitete Minderjährige aus den überfüllten Flüchtlingscamps auf den griechischen Inseln aufnehmen. Das teilte die zuständige EU-Kommissarin Ylva Johansson am Dienstag nach einer Videokonferenz der EU-Innenminister mit.

Zuletzt hatten Deutschland und Luxemburg insgesamt 59 Kinder und Jugendliche aufgenommen.

In Kürze werde auch Portugal Kinder umsiedeln, sagte die Schwedin. Insgesamt hatten sich zehn EU-Staaten (neben Deutschland und Luxemburg, Belgien, Bulgarien, Frankreich, Kroatien, Finnland, Irland, Portugal und Litauen) sowie die Schweiz dazu bereit erklärt, zusammen mindestens 1.600 Kinder aufzunehmen. Wegen der Corona-Krise hatte sich das Vorhaben zuletzt allerdings verzögert.

Die Innenkommissarin will schon bald den angekündigten Vorschlag der EU-Kommission für eine neue EU-Asyl- und Migrationspolitik vorlegen. Die Arbeit daran sei mehr oder weniger abgeschlossen, sagte Johansson.

Derzeit gebe es wegen der Pandemie allerdings Änderungen am Arbeitsprogramm der Kommission. Aber sie sehe die Dringlichkeit, die neuen Vorschläge schon bald vorzulegen. Johansson rief die EU-Staaten am Dienstag auch auf, Italien und Malta bei der Versorgung aus Seenot geretteter Migranten zu helfen.

Die EU-Mitgliedsländer streiten seit Jahren über die gemeinsame Asylpolitik. Eine Einigung scheitert vor allem an der Verteilung von Asylbewerbern auf alle Länder.

Österreich sowie Polen und Ungarn lehnen es ab, sich zur Aufnahme zu verpflichten. Auch an der seit Monaten geforderten Verteilung Minderjähriger will sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nicht beteiligen.

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