Flüchtlingswelle aus Venezuela bringt Nachbarn in Nöte

Die lateinamerikanischen Staaten wollen weiterhin Flüchtlinge aus dem Krisenstaat Venezuela aufnehmen, bitten angesichts der immer weiter steigenden Zahl der Migranten aber um finanzielle Hilfe. Die Gelder müssten „substanziell“ erhöht werden, hieß es in der Deklaration von Quito, die am Dienstag Vertreter von elf Ländern aus der Region unterzeichneten.

Die Staaten äußersten zudem ihre Sorge über die „extreme Verschlechterung der Lage in Venezuela, die zu der massiven Migration führt“. Das einst reiche Venezuela steckt in einer tiefen Wirtschaftskrise. In der Supermärkten gibt es kaum noch Lebensmittel oder Dinge des täglichen Bedarfs. Nach Angaben der Vereinten Nationen haben bereits mindestens 2,3 Millionen Menschen das Land verlassen. Die venezolanische Opposition geht sogar von bis zu vier Millionen Flüchtlingen aus. Das wären über zehn Prozent der Gesamtbevölkerung.

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Die Nachbarländer sind mit der Zuwanderung zunehmend überfordert. Kolumbien hat bereits über 900.000 Venezolaner aufgenommen, Peru 400.000 und Ecuador 200.000. Am Mittwoch berät auch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) über die Flüchtlingskrise in der Region.