Flughafen Budweis startet im Mai

Terminal 1 ist fertig, jetzt laufen noch diverse Tests und Prüfungen

Der ehemalige Militärflughafen Budweis wurde in einen Zivilflughafen umgewandelt. 2020 sollen die ersten kommerziellen Flugzeuge starten.
Der ehemalige Militärflughafen Budweis wurde in einen Zivilflughafen umgewandelt. 2020 sollen die ersten kommerziellen Flugzeuge starten. © Flughafen Budweis

Von Verena Schöberl

40 Kilometer nördlich der österreichischen Grenze zu Tschechien, in Budweis, entsteht ein neuer Flughafen. Derzeit geht es dort noch sehr beschaulich zu, aber das soll sich bald ändern. Das VOLKSBLATT durfte als einer der ersten bereits jetzt bei einem exklusiven Rundgang mit Marketing-Direktor Dieter Pammer hinter die Kulissen des Airports blicken.

Aus Militärflughafen wurde ein Zivilflughafen

In nur 18 Monaten Bauzeit hat man aus einem ehemaligen Militärflughafen einen zivilen Flughafen gemacht, der, wie es in der Fliegersprache heißt, ready to take off, also bereit zum Abheben ist. Rund 15 Millionen Euro wurden dafür investiert. Leere Check-in Schalter warten im kürzlich eröffneten Terminal 1 darauf, dass endlich die ersten Flugpassagiere einchecken. Auch die Sicherheitskontrollen funktionieren schon und melden zuverlässig metallische Gegenstände. Auch wenn noch niemand die Röntgengeräte bedient ist der spezielle Flughafen-Flair schon spürbar. Im Mai 2020 soll es dann soweit sein und die ersten Flugzeuge im kommerziellen Flugbetrieb abheben.

Bis dahin muss der Flughafen aber noch ein paar Prüfungen und Checks durchlaufen. 100.000 Menschen sollen dann pro Jahr ab Budweis in alle Herren Länder fliegen. Namen wie Dubai, Teneriffa und Ägypten fallen als mögliche Flugziele. „Wir möchten einen Besuchermagneten mit der europäischen Reisewelt verbinden und die Besucherströme nach Böhmen und Oberösterreich über den Airport bündeln. Die Passagiere bestimmen unseren Flugplan“, erklärt Pammer gegenüber dem VOLKSBLATT. Genaueres will Pammer aber nicht verraten. „Das werden die Airlines dann bekannt geben“, so der Marketing-Direktor.

Auch mit welchen Fluglinien man im Gespräch ist, ist noch streng geheim. Allerdings will man vor allem Billigfluglinien nach Budweis holen. „Wir sind bis zu 40 Prozent billiger als beispielsweise österreichische Flughäfen. Viele Airlines kommen auf uns zu und fragen, wann Sie endlich in Budweis starten und landen können“, erklärt Pammer. Budweis sei durch die Nähe zu Krumau und die Lage in Südböhmen ideal. „Der Bedarf ist da. Südböhmen ist nach Prag das zweitstärkste Reiseziel 2,5 Millionen Besucher zählt das Weltkulturerbe im Jahr“, erklärt Pammer.

Gratis Parkplätze und Shuttleservice

Bei den Fluggästen will der Airport vor allem mit gratis Parkplätzen und einem Shuttledienst punkten. Dabei will man auch Fluggäste aus Ober- und Niederösterreich abholen. Außerdem soll der Airport 24 Stunden ohne Nachtsperre geöffnet sein.

Als zweites Standbein will der Flughafen bei den Airlines als Trainingscenter punkten. „Unser Luftraum ist nicht überfüllt und wir haben keine Slot-Probleme, das haben viele Airlines erkannt und wollen in Budweis ihre Piloten ausbilden“, erzählt Pammer. Schon jetzt trainieren beispielsweise die Red Bull Flying Bulls oder die englische Royal Airforce hier ihre Flugmanöver. Auch der Aufbau eines Frachtzentrums ist denkbar. „Wir haben mit 120 Hektar genug Platz und viele Ideen. Auch auf unserer Landebahn sind schon so ziemlich alle flugtauglichen Geräte gestartet und gelandet.

Wir wollen aber erstmal klein beginnen und uns auf den Incoming Flugbereich konzentrieren“, so Pammer. Kerngeschäft des Flughafen wird die Mittelstrecke sein. Pammer verrät aber auch, dass auch Shuttleflüge für Touristen in andere beliebte Destinationen wie Salzburg angeboten werden sollen. Auch indische Touristen will man auf längere Sicht gesehen nach Budweis holen obwohl man keine klassischen Langstreckenflüge anbieten will. „Der indische Markt ist sehr spannend. Inder sind sehr reiseaffin und total begeistert, wenn sie Bilder aus der Region sehen. Jetzt geht es darum eine Luftbrücke zu legen“, so Pammer.

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