Flugverkehr erst auf halber Höhe

Coronakrise drückt Luftfahrt weiter stark nach unten — Hoffen auf September-Impuls

Nur langsam gewinnt die Luftfahrt Höhe. Triebfedern am Himmel über Europa sind laut Eurocontrol derzeit Ryanair, easyJet, Turkish Airlines, WizzAir und Lufthansa.
Nur langsam gewinnt die Luftfahrt Höhe. Triebfedern am Himmel über Europa sind laut Eurocontrol derzeit Ryanair, easyJet, Turkish Airlines, WizzAir und Lufthansa. © pixel974-stock.adobe.com

Nach der virusbedingten Bruchlandung im Frühjahr hat der Luftverkehr über Europa erst wieder die halbe Höhe von 2019 erreicht: Das geht aus aktuellen Daten der Europäischen Flugsicherung Eurocontrol hervor, die dem VOLKSBLATT vorliegen.

Für Anfang September erhoffen die Experten in Brüssel aber einen spürbaren Sprung nach oben — vorausgesetzt, dass die Corona-Pandemie die bisher erlangte Bewegungsfreiheit der Menschen nicht wieder außer Kraft setzt.

Steigflug mit Turbulenzen

Im August 2019 führten pro Tag durchschnittlich 34.892 Flüge durch den Luftraum über den 41 Staaten Zentraleuropas plus den der zwei assoziierten Eurocontrol-Mitglieder Marokko und Israel. Im August 2020 liegen diese Flugzahlen bislang aber stets unter 18.000 und damit im Vergleich zum jeweiligen Flugtag 2019 bei einer Einbuße von mehr als 50 Prozent.

Am frequentiertesten waren in Europa zuletzt die Verbindungen Spanien-Großbritannien und Spanien-Deutschland. Beendet ist damit zwar der wirtschaftliche Sturzflug auf minus 88 Prozent im Flugangebot per April 2020, die Erholung der Luftfahrt verläuft aber erkennbar zäh.

Zwei Gewinner der Krise

So gibt es derzeit nur zwei Branchen mit einem gegenüber 2019 ausgedehnten Angebot: Die Betreiber von Privatjets (plus 2 Prozent) und die Luftfrachtdienste (plus fünf Prozent). Auf dem Passagiersektor bieten dagegen selbst Billig-Airlines erst wieder maximal die Hälfte ihrer Flüge von August 2019 an. So hofft man bei Eurocontrol und den Fluglinien auf neuen Schub mit Anfang September.

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Auf Basis der eingereichten Flugpläne zeichnet sich ab, dass dann wieder bis zu zwei Drittel der geplanten Verbindungen geflogen werden. Das hält laut Eurocontrol aber nur, wenn ein zweiter Corona-Lockdown ausbleibt und Europas Staaten bei Reiseregelungen einen Gleichklang erzielen.

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