FMA setzt Aufpasserin in die Autobank

Seit Mittwoch waltet in der Autobank eine Wirtschaftsprüferin als Aufpasserin. Sie soll auf Behörden-Geheiß die Bankchefs bei der Sanierung begleiten. Der Vorstand erklärte zu Mittag, den Bescheid “prüfen” zu wollen. Die Autoabsatzkrise und nun auch Corona setzten dem kleinen Auto- und Leasingfinancier zuletzt schwer zu. Am 17. Juli wurden Anleger in einer Ad-hoc-Note auf Verluste vorbereitet.

Demnach werde das Ergebnis 2019 der Autobank AG “deutlich negativ” ausfallen und nach vorläufigen Zahlen einen Verlust von rund 9,7 Mio. Euro ausweisen. Grund seien Wertberichtigungen, also Beteiligungsabwertungen und eine Abschreibung bei einem Händler, und geringere Zinserträge sowie höhere Kosten der Umstellung des Geschäftsmodells.

Die Bank bestätigte am Mittwoch, den Bescheid der Finanzmarktaufsicht (FMA) durch Boten erhalten zu haben, demzufolge mit sofortiger Wirkung dem Vorstand der Autobank AG die Wirtschaftsprüferin Dorotea-E. Rebmann als vorläufige Verwalterin gemäß § 46 des Bundesgesetzes über die Sanierung und Abwicklung von Banken (BaSAG) zur Seite gestellt ist.

Eine Auswirkung dieser Maßnahme auf die Liquiditäts- und Geschäftsentwicklung (Neugeschäft seit Umstellung des Geschäftsmodells) der Bank sei nicht abschätzbar, schrieb die Gesellschaft heute. “Der Vorstand der AutoBank AG prüft den Bescheid der FMA.”

Der “trend” hatte am 13. August von Auffälligkeiten berichtet, die Interessenskonflikte handelnder Personen nahegelegt hätten. So hätten Autobank-Manager auch Funktionen in Gesellschaften inne, die Kreditnehmer der Bank seien. Die Konditionen der nun notleidenden Kredite seien nicht marktüblich, so das Magazin. Am selben Tag hatte die Bank zu der Causa mitgeteilt, auf Aufforderung der Finanzmarktaufsichtsbehörde zu Fragen der möglichen Inkompatibilität von Organmitgliedern und zum Kreditportfolio der Autobank Stellung genommen zu haben, “warum nach Auffassung von Autobank diese im Einklang mit den einschlägigen bankaufsichtsrechtlichen Bestimmungen handelt, unter anderem keine Unvereinbarkeiten vorliegen”.

Die Autobank war in den 1970er-Jahren von der einstigen Tarbuk Autogruppe als Autohandels-und Leasing Bank AG gegründet worden. In einem Magazinbericht (“trend”) war kürzlich von Verlusten die Rede, und es wurde ein “Insider” zitiert, der nun von Existenzbedrohung gesprochen haben soll. Laut “trend” sollen wegen mutmaßlicher Interessenkonflikte führender Organe nicht rechtskräftige Abberufungsverfahren angelaufen sein

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