Ford Explorer – Für Großes geschaffen

Im riesigen Ford Explorer gibt es viel zu entdecken. Das hybride Raumwunder aus den USA gilt dort eher als Midsize-SUV: Hierzulande ist der siebensitzige Fünf-Meter-Riese mit seinen 2,5 Tonnen der König der PKW.

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Bis heute ist der Ford Explorer das meistverkaufte SUV in Nordamerika. Im Jahr 1990 erschien die erste Generation, mittlerweile halten die Amis bei der sechsten Auflage und mehr als acht Millionen verkauften Einheiten.

Nun gibt es den siebensitzigen Riesen auch in Europa und zwar in den Ausstattungslinien ST-Line und Platinum. Preislich geht’s in der sportlich gehaltenen ST-Line bei 80.400 Euro los.

An Bord ist dann so gut wie alles, was das Herz begehrt: Von klimatisierten Ledersitzen in der ersten Reihe samt Massagefunktion über LED-Leuchten vorne und hinten, Aluräder, Lederlenkrad mit Schaltwippen, drei Sitzreihen (wobei die dritte elektrisch ein- und ausklappbar ist) bis hin zu sieben Airbags, elektrischer Heckklappe und Panorama-Schiebedach.

Typenschein

Ford Explorer 3,0 EcoBoost
PHEV ST-Line

Preis: ab € 80.400,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 81.400,- inklusive Lackierung Infinite-Blau Metallic € 1000,-; einen Ford Explorer gibt es ab € 80.400,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 1831,68 jährlich
Garantie: 2 Jahre ohne km-Begrenzung, danach weitere 3 Jahre bis maximal 100.000 km, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder alle 2 Jahre

Technische Daten:
Benzinmotor: V6, 24V, Turbolader, Partikelfilter, 2956 cm³, 267 kW/363 PS bei 5750 U/min, max. Drehmoment 555 Nm bei 3500 U/min
Elektromotor: 75 kW/102 PS bei 2500 U/min, Lithium-Ionen-Akku mit 13,6 kWh Kapazität
Systemleistung: 336 kW/457 PS bei 5750 U/min
Max. Systemdrehmoment 825 Nm bei 2500 U/min
Getriebe: Zehngangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 6,0 s
Leistungsgewicht: 5,61 kg/PS
WLTP-Verbrauch: 3,2 Liter, 21,54 kWh
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 6,2 Liter, 25 kWh
CO2-Ausstoß: 71g/km
Euro 6d-TEMP

Eckdaten:
L/B/H: 5049/2004/1778 mm
Radstand: 3025 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2564/3160 kg
Kofferraum: 330-2274 Liter
Tank: 71,8 Liter (Benzin)
Reifen: 4 x 255/55 R20 110V auf 20“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/BSD/RSR/LKA/ACC/TPMS
Airbags: 7

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 200 mm
Böschungswinkel vorne/hinten: 20,23°/20,98°

Den rustikalen Grundgedanken des Allradlers kann der Explorer dann jedoch innen trotz Ziernähten, Chromelementen und Lederapplikationen nicht verbergen; der Großteil des wuchtigen Armaturenbretts wird von Plastik dominiert.

Gut gelungen ist jedenfalls das klar gezeichnete Digitalcockpit, während der hochkant montierte Bildschirm des Infotainments etwas der Gewöhnung bedarf.

Motormäßig gibt’s nur eine Plug-in-Variante – also eine Benzinvariante garniert mit Elektrounterstützung. Der 102 PS starke E-Motor in Kombination mit der 13,6 Kilowattstunden großen Batterie trägt dabei den 2,5-Tonner in der Theorie 42 Kilometer weit. In der Praxis kommt man an diesen Wert nahe hin, wobei die 40-Kilometer-Marke das höchste der Gefühle ist.

Auf der anderen Seite ist das E-Aggregat eine ideale Unterstützung für den aufgeladenen Sechszylinder-Benziner, der in seinen 2,5 Litern 363 Pferde zur Entfesselung parat hält. Das bringt dann auch ein brachiales Systemdrehmoment von 825 Newtonmetern mit sich.

Somit schießt das Ami-SUV von Beginn an unbändig los und knackt bereits nach sechs Sekunden die 100-kmh-Marke. Gefühlvolles Losfahren gelingt nur mit einem sanften Gasfuß: Hat man den nicht, ist man bei jedem Ampelstart der Sieger.

Die Zehngangautomatik unterstützt dabei die Motorkombi souverän, aber auch deutlich spürbar – nichtsdestoweniger erfüllt sie ansonsten mustergültig ihre Aufgabe. Die Stadt ist für das Monstrum auf vier Rädern nur bedingt geschaffen – zum Glück fährt der Explorer bereits ab Werk mit einer umfangreichen Assistenzarmada auf, die Kameras und Parksensoren natürlich inkludiert.

Die Seitenneigung bei schnellen Kurvenfahrten auf der Landstraße ist bei 1,778 Metern Höhe spürbar aber nicht bedenklich und auch Offroad schlägt sich der Allradler dank diverser Hilfen und 200 Millimeter Bodenfreiheit gut. Die Lenkung wiederum ist indirekt und weich ausgelegt.

Das eigentliche Terrain des Ford ist jedoch die Autobahn, auf welcher der Riese erstaunlich ordentlich federt und imponierend druckvoll durchzieht. Auf den weitläufigen Strecken muss sich der Explorer nicht schwerfällig durch Kurven wälzen oder mit herabwürdigendem Untersteuern abplagen.

Was allerdings hier wie dort ein echtes Problem ist: die schwache Bremsleistung. Und auf den Verbrauch darf man nicht schauen, wenn der Akku leer ist. Dann geht’s so rasant wie beim Kickdown auf der Straße in den zweistelligen Bereich. Steckt man den Explorer links vorne regelmäßig brav an – für eine Vollladung braucht man rund vier Stunden – sind gut sechs Liter möglich.

Fazit

Ein riesiges SUV, passend für solvente Großfamilien im Speckgürtel und eigener Steckdose. Die Ausstattung lässt keine Wünsche offen, die Optik des Explorer ist jedoch gewöhnungsbedürftig und eindeutig nicht auf den europäischen Geschmack ausgerichtet. Abgesehen von den schwachen Bremsen ein starker Fahrauftritt und in Sachen Bedienungsfreundlichkeit machen die Amis beim kantigen Ford Explorer auch fast alles richtig.

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