Ford Ranger Raptor – Ganz schön bissig

„Ultimativen Fahrspaß für Offroad-Enthusiasten“ verspricht Ford all jenen, die sich einen Ford Ranger Raptor leisten. Doch wird das 213 PS starke Raubtier auf vier Rädern diesem Anspruch gerecht?

Jetzt wird es bissig. Das zeigt allein schon der Grill des Ford Ranger Raptor, dem bärenstarken und zwei Meter breiten Pick-up der US-Autoschmiede. Sein einzigartiger, superstarker und verstärkter Chassis-Rahmen wurde so entwickelt, dass er Off-Road-Ereignissen mit hoher Schlagwirkung widersteht.

Er besteht aus hochfestem, niedrig-legiertem Stahl, um den Belastungen standhalten zu können, die von extrem harten Umgebungen ausgehen.

Typenschein

Ford Ranger Raptor 2,0 EcoBlue DK

Preis: ab € 60.810,- inkl. Steuern und Abgaben; Testwagenpreis € 60.810,-; einen Ford Ranger gibt es ab € 32.100,-
NoVA/Steuer: 0 %/ € 1814,40 jährlich
Garantie: 2 Jahre ohne km-Begrenzung, danach weitere 3 Jahre bis maximal 100.000 km, 12 Jahre gegen Durchrostung
Service: alle 30.000 km oder alle 2 Jahre

Technische Daten:
Motor: R4, 16V, Common-Rail, Turbolader, Partikelfilter, 1996 cm³, 156,7 kW/213 PS bei 3750 U/min, max. Drehmoment 500 Nm bei 1500 U/min
Getriebe: Zehngangautomatik
Antrieb: Allradantrieb
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 10,6 s
Leistungsgewicht: 11,62 kg/PS
MVEG-Verbrauch: 8,9 Liter
VOLKSBLATT-Testverbrauch: 10,5 Liter
CO2-Ausstoß: 233 g/km
NOx: 233 g/km; Euro 6

Eckdaten:
L/B/H: 5363/2028/1873 mm
Radstand: 3220 mm
Eigen-/zul. Gesamtgewicht: 2475/3130 kg
Laderaumlänge/-breite: 1613/1560 mm
Höhe Ladebordwand: 541 mm
Tank: 80 Liter (Diesel)
Reifen: 4 x LT285/70 R17 116S auf 17“-Alus

Sicherheit:
Regelsysteme: ABS/EBV/ESP/ASR/BA/RSR/LKA
Airbags: 7

Geländedaten:
Bodenfreiheit: 281 mm
Böschungswinkel vorne: 32,5°
Hinten: 24°
Rampenwinkel: 24°
Wattiefe: 850 mm

Das rennsportgeprägte Geländefahrwerk namens „FOX Pro“ wurde entwickelt, „um unwegsames Gelände auch bei hohen Geschwindigkeiten zu meistern, Stöße und Spurrillen zu glätten und Ihnen gleichzeitig volle Kontrolle und Komfort zu geben“, lässt darüber hinaus Ford wissen.

Und in der Tat: Der Raptor mit seinen 281 Millimetern Bodenfreiheit und eigens entwickelten All-Terrain-Reifen erweist sich im Gelände als brachiales, bissiges Getier. 85 Zentimeter tiefe Furten, Verschränkungen oder steile Schotterpassagen meistert der Pick-up mit Bravour. Auf dem Asphalt sieht die Sache schon anders aus – bei Nässe verliert der Raptor in schnellen Kurvenpassagen leicht den Kontakt zur Fahrbahn.

Dann lieber behutsam mit dem 213 PS starken, doppelt aufgeladenen Vierzylinder-Selbstzünder umgehen, der nun der stärkste seiner Art im Ranger-Revier ist. Nahezu zahm erweist sich der Zweiliter-Diesel in Sachen Verbrauch. Man sollte doch meinen, man müsste dem 2,5-Tonner mit 500 Newtonmeter maximales Drehmoment mindestens 14, 15 Liter hinwerfen – dabei begnügt sich der sehr präzise zu steuernde Raptor mit gut zehn Litern.

Ford Ranger – das ist eine Erfolgsgeschichte, die seit dem Jahr 1982 seinesgleichen sucht. Der Pick-up, der übrigens in der südafrikanischen Hauptstadt Pretoria vom Band läuft, ist hierzulande und generell in Europa der meistverkaufte seiner Art; und das schon seit Jahren.

Nun stellt Ford zu den anderen Versionen XL, Limited und Wildtrak den sich auf der Straße Respekt verschaffenden Raptor an die Spitze der Nahrungskette; mit 5,36 Metern genauso lang wie die anderen Ranger-Doppelkabinen, aber eben höhergelegt, eigenem Schriftzug, Terrain-Management, Zehngangautomatik (die auch im Mustang werkt), größeren Bremsen und einem wirklich noblen Interieur.

Denn im ledergetränkten Innenraum mit acht Zoll großem Touchscreen, Doppel-Ziernähten, Chrom-Applikationen, Zweizonen-Klimaautomatik und beheizbaren Wildleder-Vordersitzen erinnert eigentlich nur die hohe Sitzposition daran, dass man in einem Pick-up sitzt. Die Bedienung des Infotainment-Systems ist erfreulich einfach gehalten, auch die Sprachsteuerung funktioniert tadellos.

Der Einstieg über die massiven, gelochten Alumiumtrittbretter ist erstaunlich bequem und auch sonst erweist sich der Ranger Raptor als gefälliger Begleiter – wenn es halt nicht gerade um die Parkplatzsuche in der Innenstadt geht. Allzu wendig ist der Raptor nämlich nicht; dafür wartet er mit etlichen Assistenzsystemen auf, angefangen von der Rückfahrkamera über Verkehrsschilderkennung, Toter-Winkel-Warner und Notbremsassistent bis zum Fahrspurassistenten.

Den maximal drei Fondpassagieren steht – gemessen an der Gesamtlänge – erstaunlich wenig Platz zur Verfügung. Speziell die Beinfreiheit ist relativ gering, dafür sammelt der All-Terrain-Kraxler Pluspunkte für Zahl und Größe der Ablagefächer.

Der Raptor birgt aber auch ein paar Nachteile: Er kann beispielsweise gebremst nur 2,5 Tonnen ziehen. Auch die Nutzlast ist mit 620 Kilo deutlich niedriger als bei den meisten anderen Ranger-Varianten, die mehr als eine Tonne stemmen. Einen Pluspunkt gibt es darüber hinaus für die leicht zu bedienende Heckklappe, das geht sprichwörtlich auch mit links.

Fazit

Ein bissiger, ehrfurchtgebietender Klettermax, der vor allem im Gelände seine Stärken ausspielt und dem die Leute auf der Straße hinterherschauen. In Sachen Ausstattung, Design und Assistenzsysteme ist er auf der Höhe der Zeit. Der Spaß hat allerdings auch seinen Preis: Der Ford Ranger Raptor kostet mindestens 60.810 Euro.

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