Forderung: Positiver Antigen-Test soll bereits zur Quarantäne führen

Umdenken im Gesundheitsministerium nötig, um nicht wertvolle Zeit für Kontaktrückverfolgung verstreichen zu lassen

Hausärzte filtern bei Patienten mit Symptomen mittels Antigen-Tests jene heraus, die tatsächlich Corona-positiv sind. Schon damit sollte ihnen ein Quarantänebescheid zugestellt werden können.,
Hausärzte filtern bei Patienten mit Symptomen mittels Antigen-Tests jene heraus, die tatsächlich Corona-positiv sind. Schon damit sollte ihnen ein Quarantänebescheid zugestellt werden können., © Yurii Kibalnik – stock.adobe.com

Ein Umdenken im Gesundheitsministerium fordern die Landeshauptleute und die oö. Ärztekammer angesichts der stark steigenden Corona-Infektionszahlen in Oberösterreich.

Das Contact-Tracing dauere trotz intensiver Aufstockung der Behörden – in OÖ wird die Zahl der Mitarbeiter kommende Woche weiter von 72 auf 180 aufgestockt – immer länger und Corona-Patienten müssten oft tagelang auf einen PCR-Test warten. Denn erst mit einem positiven PCR-Test ist es derzeit üblich, einen Quarantänebescheid zu bekommen.

Patienten nehmen erst Bescheid ernst

Eigentlich hätte der Covid-19-Antigen-Test bei Kassenärzten die Coronavirus-Situation entspannen sollen. Doch weil Minister Rudolf Anschober weiterhin darauf beharrt, dass ein positiver Antigen-Test nicht als Nachweis für eine Erkrankung ausreicht, warten Patienten hierzulande mehrere Tage auf einen PCR-Test.

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Für Ärztekammerpräsident Peter Niedermoser ist das eine gefährliche Entwicklung: „Wir haben somit Patienten, die ungehindert weitere Personen infizieren können, da erst mit einem positiven PCR-Test ein Quarantänebescheid von der Behörde ausgestellt wird. Erst dann nehmen viele Patienten die Absonderung ernst.“ Auch das Contact-Tracing beginnt verspätet.

„Hier wird wertvolle Zeit verschwendet, in der an Covid-19 erkrankte Patienten und deren Kontaktpersonen weitere Menschen anstecken können. Der Antigen-Test bei den Kassenärzten, der hochverlässlich ist, muss für die Quarantäne und den Beginn der Kontaktpersonennachverfolgung ausschlaggebend sein“, bekräftigt Allgemeinmediziner Wolfgang Ziegler, Kurienobmann-Stv. der niedergelassenen Ärzte.

Zustimmung zu dieser Vorgangsweise kommt auch vom Krisenstab des Landes, der sich ein rascheres Erfassen der Kontaktdaten wünscht. Ebenso wurde diese Forderung bei der Landeshauptleute-Konferenz am Freitag erhoben. Die Ergebnisse von Corona-Antigen-Tests sollten als Grundlage für behördliche Anordnungen – etwa Quarantäne – herangezogen werden, berichtete LH Thomas Stelzer. Mit den PCR-Tests erfülle man das Maximum an Qualität, verliere aber sehr viel Zeit.

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