Formel-1-Rennwagen in Mondsee präsentiert

Lance Stroll und sein Teamkollege Sergio Perez enthüllten den neuen F1-Boliden. © APA/Groder

Als eines der letzten Teams hat am Montag der britische Rennstall Racing Point in Österreich sein Auto für die kommende Formel-1-Saison enthüllt. Die Präsentation fand bei internationalem Andrang in Mondsee bei Sponsor BWT (Best Water Technology) statt. Ganz im Sinne der Farben des österreichischen Sponsors ist der RP20 diesmal noch mehr in rosa gehalten als im Vorjahr.

Das Team um die Stammpiloten Sergio Perez und Lance Stroll zeigte sich beim Launch sehr selbstbewusst, will man doch das Mittelfeld der Königsklasse heuer aufmischen. „Best of the Rest“ in der Konstrukteurswertung hinter dem Top-Trio Mercedes, Ferrari und Red Bull Racing soll man werden, wenn es nach dem Mexikaner Perez geht: „Wir hoffen, wir haben jetzt das Auto, auf das wir gewartet haben.“

Immerhin sei der vergangene Winter wesentlich besser verlaufen als jener zuvor, merkte sein Teamkollege Stroll an. Das im Besitz des kanadischen Milliardärs Lawrence Stroll stehende Racing-Point-Team hatte sich erst gegen Ende der Saison 2018 aus dem insolventen Rennstall Force India gebildet.

Teamchef Otmar Szafnauer traut seinen beiden Piloten einiges zu und versprach: „Am Ende der Saison werden beide Fahrer Champagner getrunken haben.“ Podestplätze sind bei Racing Point also das große Ziel, das kleinere sind regelmäßige Platzierungen beider Fahrer in den Punkterängen. Dazu habe man auch das Potenzial, erklärte Szafnauer. Weiters sprach auch er klar aus, dass man den drei Topteams näher kommen und sich im vorderen Mittelfeld platzieren will. Vergangene Saison war man noch Siebenter in der Konstrukteurswertung geworden.

Die Formel 1 wird in Zeiten der Klimadiskussion immer wieder kritisch beäugt. Da passt ein Großsponsoring vom Wassertechnologie-Unternehmen BWT, das in seine dritte Saison als Sponsor geht und erstmals Titelsponsor ist, auf den ersten Blick nicht ganz so ins Bild. Dazu meinte BWT-Gründer Andreas Weißenbacher, dass das Unternehmen eine plastikflaschenfreie Formel 1 zum Ziel hat.

„Hoffentlich gibt es sogar eines Tages Wasserstoff-Autos in der Motorsport-Königsklasse“, sagte Weißenbacher. Außerdem sei die Formel 1 eine tolle Bühne, um auf die Problematik des Plastiks aufmerksam zu machen. Als Extra-Motivation für die Fahrer versprach Weißenbacher, für jede Platzierung in den Punkterängen einen Brunnen zur Trinkwasserversorgung in Gambia zu errichten.

Eine Änderung zur neuen Saison ist die Reduzierung der Testtage von acht auf sechs. Die muss man in vollem Umfang nutzen und dabei umso mehr aufpassen, dass das Auto ganz bleibt, meinte Perez mit einem Augenzwinkern. Begeisterung löste bei ihm das Einsteigen von Aston Martin (derzeit Titelsponsor Red Bull) ab der Saison 2021 aus, womit Racing Point dann zum Werksteam wird. Man schaue also in eine gute Zukunft, weshalb er auch einen Vertrag bis 2022 unterschrieben habe.

Die Vorfreude auf die Saison ist nach Monaten des Trainings und Batterien aufladen bei beiden Fahrern gleich groß. „Hoffentlich fährt das Auto so gut, wie es ausschaut“, sagte Stroll. Am Mittwoch geht es mit den Testfahrten in Montmelo nahe Barcelona los, der Saisonauftakt zur 70. WM steigt dann am 15. März in Melbourne.

 

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