Fortschritt in Österreich und EU bei Nachhaltigkeitsziel Frieden

Österreich und die EU-Länder haben in den letzten fünf Jahren große Fortschritte bei der Erreichung des Nachhaltigkeitsziels Nummer 16 „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“ erzielt. Dies stellt die europäische Statistikbehörde Eurostat in ihrem am Montag veröffentlichen Fortschrittsbericht zur Nachhaltigen Entwicklung in der Europäischen Union fest.

Die 27 EU-Mitglieder haben demnach bei fast allen der auf UNO-Ebene vereinbarten Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) Fortschritte gemacht. Eine gute Entwicklung, wenn auch deutlich langsamer, verzeichnete Eurostat bei Nachhaltigkeitsziel Nummer 1 „Keine Armut“ und Nummer 3 „Gesundheit und Wohlergehen“, gefolgt von „Kein Hunger“ (SDG 2) und „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ (SDG 8).

Auch Österreich, das bei den Nachhaltigkeitszielen „Gesundheit und Wohlergehen“ und „Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum“ bereits über dem EU-Durchschnitt liegt, konnte sich in diesen Bereichen noch verbessern. Dies trifft unter anderem auch auf SDG 11 „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ zu. Rückschritte gab es hierzulande in Hinblick auf die Nachhaltigkeitsziele Nummer 4 „Hochwertige Bildung“ und 2 „Kein Hunger“. Im Vergleich zum EU-Schnitt weist Österreich in den Bereichen bessere Werte auf.

Minimale Fortschritte gab es laut dem Eurostat-Bericht hierzulande in punkto „Geschlechtergleichheit“ (SDG 5), wohingegen sich die 27 EU-Länder gesamt gesehen von dem Ziel entfernt haben. „Frauen werden wegen Betreuungsaufgabe weniger oft angestellt als Männer, während Männer häufiger die Schule abbrechen und seltener eine Hochschulausbildung abschließen“, erklärte EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni am Montag. Als positiv sei jedoch zu vermerken, dass der Frauenanteil in den nationalen Parlamenten von durchschnittlich 20 Prozent zur Jahrtausendwende auf mittlerweile 32,1 Prozent angestiegen sei.

Für SDG 13 „Maßnahmen zum Klimaschutz“ gab es innerhalb der EU in den letzten fünf Jahren keinerlei Fortschritte, das Emissionsreduktionsziel von minus 20 Prozent bis zum Jahr 2020 sei aber bereits erreicht, wie Gentiloni feststellte. Die neue EU-Kommission von Ursula von der Leyen hat den Klimaschutz zu einer der politischen Prioritäten ihres Mandates gemacht und im Dezember 2019 ihre „Green Deal“ genannte Wachstumsstrategie vorgestellt, mit welcher ein inklusiver Übergang zu einer klima- und umweltfreundlichen modernen Wirtschaftsweise in der EU erreicht werden soll.

„Die EU-Länder sind zunehmend die Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert“, begründete der Kommissar die Notwendigkeit des Handelns. „Die Oberflächentemperatur liegt um 1,6 Grad höher als in vorindustriellen Zeiten.“ Von 2009 bis 2019 sei sie im Vergleich zum vorhergehenden Jahrzehnt um 0,2 Prozent gestiegen.

Nachhaltigkeit ist das übergeordnete Ziel der Kommission von der Leyen. Alle Arbeitsabläufe, Richtlinien und Strategien der EU-Behörde in Brüssel sollen zur Förderung der SDGs beitragen. Die EU-Kommission will damit laut den offiziellen Informationen auf eine kontinuierliche Verbesserung der Lebensqualität und des Wohlergehens der Bürger hinarbeiten, ohne dabei die Zukunft nachfolgender Generationen zu beeinträchtigen. Dazu gehört das Streben nach wirtschaftlichem Fortschritt unter Wahrung der natürlichen Umwelt und Förderung der sozialen Gerechtigkeit.

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