FPÖ entscheidet zu BP-Wahl kommende Woche

Nur Kickl selbst soll über Hofburg-Kandidaten bescheid wissen. © APA/EXPA/JOHANN GRODER/EXPA/JOHANN GRODER

Die Entscheidung der FPÖ für einen Kandidaten oder eine Kandidatin für die Bundespräsidentschaftswahl dürfte in ein paar Tagen fallen. Dass sich das Präsidium der Partei, das laut Statuten dafür zuständig ist, noch am Wochenende trifft, sei eher unwahrscheinlich, hieß es am Freitag aus Parteikreisen gegenüber der APA. Parteichef Herbert Kickl soll schon vor mehr als einer Woche eine Entscheidung getroffen haben, die er aber nicht einmal im engsten Kreis preisgibt.

Der Vorschlag Kickls für einen Kandidaten oder eine Kandidatin gilt daher als eines der bestgehüteten Geheimnisse derzeit in der Partei. Nicht einmal, wann das Präsidium aus diesem Grund zusammentritt, soll langfristig kommuniziert werden. Dessen Mitglieder müssen sich derzeit bereithalten, in einer wohl kurzfristig anberaumten Sitzung jederzeit über den Vorschlag Kickls abzustimmen. Zuletzt war die Rede von diesem Wochenende. Dazu dürfte es laut APA-Informationen wohl doch nicht kommen. Wahrscheinlicher ist Montag oder Dienstag darauf.

Kickls Spiel mit den – vor allem medialen – Erwartungen soll auch für Unmut unter einigen Blauen sorgen, möchten diese das Kapitel doch so bald wie möglich abgeschlossen sehen. Nicht jeder Freiheitliche misst dem Amt des Bundespräsidenten einen derart hohen Stellenwert zu, vor Jahren noch wollte die FPÖ dessen Abschaffung. Geändert dürfte sich das spätestens seit dem – verlorenen – Match von Norbert Hofer gegen Alexander Van der Bellen inklusive Wiederholungsspiel haben.

Und auch Ibiza- und Corona-Krise haben den Freiheitlichen vorgeführt, was für Möglichkeiten im Amt des Bundespräsidenten schlummern. Worin man sich einig ist: Ein absoluter Gegenpol zu Van der Bellen soll aufgestellt werden, habe dieser doch nichts gegen die ihrer Meinung nach verfassungswidrigen Coronamaßnahmen oder Korruptionsvorwürfen gegenüber der ÖVP unternommen – was auch immer dies konkret hätte sein sollen.

Potenzielle Bewerber oder Bewerberinnen hätten die Freiheitlichen genug, um gegen diese Zustände anzuwettern: Die am häufigsten kolportierte Susanne Fürst, laut Kickl ein „ganz heiße Aktie“, brächte zudem auch inhaltliche Erfahrung als Verfassungssprecherin ihrer Partei und Mitglied im U-Ausschuss mit, soll aber auch aus privaten Gründen zaudern. Mit dem ebenso gehandelten Anwalt und „Krone“-Kolumnist Tassilo Wallentin wären vor allem ideologisch gefestigte Blaue nicht besonders glücklich.

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Auch die Nationalratsabgeordnete Petra Steger, Tochter des freiheitlichen Urgesteins Norbert Steger, ist schon seit einigen Tagen im Gespräch als Hofburg-Karte. Zugute kommen würden ihr das Alter, erreicht Steger doch nur knapp vor dem Stichtag die 35 Jahre. Allerdings hat sie nicht nur Freunde in der Partei. Zudem, so heißt es, sei der Name Steger in der Partei nach wie vor umstritten. Ihr liberal gesinnter Vater war es, der 1986 von Jörg Haider, Kickls ideologischem Ziehvater, bei einem Parteitag in Innsbruck gestürzt worden war.

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