FPÖ lässt sich mit Präsidentschafts-Kandidatenkür noch Zeit

Der Entscheid der FPÖ, wen sie gegen Amtsinhaber Alexander Van der Bellen in die Bundespräsidenten-Wahl schickt, wird laut Auskunft aus der Partei wohl noch etwas auf sich warten lassen. Im Parteivorstand am Dienstag wurde beschlossen, die Kandidaten-Kür dem Parteipräsidium zu übertragen – dem höchsten Gremium der FPÖ, wie es seitens der FPÖ am Rande der Gremiensitzungen am Dienstag hieß. Termin gibt es noch keinen, die FPÖ will sich offenbar in dieser Frage noch Zeit lassen.

Parteichef Herbert Kickl erklärte bereits bei seinem Eintreffen vor Beginn des Parteivorstandes und der danach angesetzten Sitzung der Parteileitung, dass er an diesem Dienstag keine Entscheidung erwarte. Das Thema stehe gar nicht auf der Tagesordnung, sagte er bei seinem Eintreffen im Wiener Rathauskeller am Nachmittag. Man werde aber über die Kandidatur reden. „Es wird eine gute Entscheidung für Österreich geben. Es wird sie aber nicht heute geben“, sagte er vor Journalisten.

Wortkarg blieb auch die als Favoritin für die Kandidatur gehandelte Nationalratsabgeordnete Susanne Fürst. Auch die 53-jährige Juristin verwies auf die Tagesordnung, auf der das Thema nicht verzeichnet sei. Tirols Landesparteichef Markus Abwerzger erwartete sich „interessante Gespräche“ – bei seinem Abgang rund drei Stunden später blieb er aber ähnlich verschlossen wie zuvor und verwies lediglich auf eine am nächsten Tag für 11 Uhr angesetzte Pressekonferenz mit Parteichef Kickl und dem blauen Finanzsprecher Hubert Fuchs.

Dort soll aber jedenfalls nicht über eine allfällige Kandidaten-Kür informiert werden, sondern über andere Themen, wie Parteisprecher am Abend gegenüber Journalisten erklärten. Beschlossen worden sei in der Vorstandssitzung, dass die Nominierung des blauen Bundespräsidentschafts-Kandidaten an das Präsidiums übertragen wird, die (größere) Parteileitung soll diese Vorgangsweise dann noch absegnen.

Der ehemalige FPÖ-Präsidentschaftskandidat und Ex-Parteichef Norbert Hofer sagte vor Beginn der Gremien-Sitzungen, die Frage der Kandidatur werde in den Gremien „wahrscheinlich schon“ besprochen. Es sei „alles offen“, man werde sehen, was das Ergebnis ist, so der Dritte Nationalratspräsident am frühen Nachmittag.

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Hofer, der bei der Wahl vor sechs Jahren überraschend ins Rennen geschickt wurde und die Hofburg nur ganz knapp verpasste, hatte bereits im Vorfeld seinen Verzicht auf einen Antritt in diesem Herbst erklärte, gleichzeitig aber eine Kandidatur (wegen der besseren Chancen) für 2028 in Aussicht gestellt. 2016 erhielt Hofer im ersten Wahldurchgang als klar Stimmenstärkster mehr als 35 Prozent. Bei der ersten, später wiederholten, Stichwahl gegen Van der Ballen kam er auf 49,7 Prozent, bei der zweiten (letztlich entscheidenden) immerhin noch auf 46,2 Prozent.

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