France kann Krieg, Flirt, Flüchtlinge und Herz

France (Léa Seydoux) im Einsatz
France (Léa Seydoux) im Einsatz © Filmladen

„Ich habe viele Fehler gemacht“, gesteht der französische Staatschef bei einer riesigen Pressekonferenz im Elysée-Palast ein.

Damit hat keiner gerechnet! Entlockt hat Macron diese Erkenntnis France — ihres Zeichens, und vor allem ihrer Meinung nach, die beste Journalistin des gleichnamigen Landes. Gebraucht hat es dafür Mut, natürlich die richtige Frage und Geflirte mit dem mächtigen Mann. Aber France kann auch Krieg, Herzgeschichten mit den Menschen aus dem Volk, harte Frageduelle im Studio.

Und dabei ist sie nicht nur erbarmungs-, sondern auch respekt- und zuweilen herzlos. Als sie einen jungen Mann mit dem Auto anfährt, zerbricht etwas: Zusammenbruch, Burnout, wie auch immer – es geht nichts mehr, ohne, dass Tränen fließen (die ein Profi aber immer gut zu nutzen weiß!). Intermezzo in einer Kuranstalt für Reiche, wo sie von einem jungen Kollegen mit den eigenen Waffen geschlagen wird.

Regisseur Bruno Dumont erzählt mit Léa Seydoux in der charismatischen Hauptrolle in „France“ das Drama einer Frau, die alles im Griff hat und dann plötzlich gar nichts mehr. Und er erzählt von den fiesen Tricks der Medien und den Journalisten, die wichtiger als die Geschichte werden. Reportage vom Gummiflüchtlingsboot aus?

Das können die Zuschauer France ruhig aufblasen, nach dem Dreh geht’s aufs schicke Schiff zum Übernachten. Das sind tolle Szenen, eine richtige Satire ist Dumont aber nicht gelungen. Es sind wenige Momente, in denen das Gezeigte auch das Zwerchfell kitzelt.

Die vielgezeigte France nervt — aber vielleicht wollte uns der Regisseur ja genau das zeigen: Wenn man nur noch ein Gesicht, und ist es auch noch so schön, vor der Nase hat, beginnt uns auch das zu langweilen.

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