Franco Fagioli: Veni, Vidi, Vinci

Schon mit seinem Album mit Händel-Arien hat der argentinische Countertenor Franco Fagioli (39) für Aufsehen gesorgt. Sein neues Soloalbum führt diese Erfolgsserie weiter zu sieben Welt-Ersteinspielungen von Opernarien des neapolitanischen Spätbarockmeisters Leonardo Vinci.

Man traut fast seinen Ohren nicht, wie nahe er mit seiner drei Oktaven umspannenden Countertenorstimme dem Timbre der damaligen Kastraten kommt. Vinci, in seinem kurzen Leben von nur vierzig Jahren kaum befasst mit reinen Instrumentalwerken, reizte die Oper mit ihren schmeichelnden Melodien in den Kehlen der Sänger, deren Stimmen er freilich ganz schön beanspruchte.


Spektakuläre Läufe, mühelose Sprünge und Koloraturen, wie sie die symmetrischen Melodiebildungen seiner Arien aufweisen, sind für Fagioli und seine Technik ein vergnüglich-leichtes Spiel mit Farben und Nuancen und treffen haargenau den eleganten Stil von seiner Musik. Man beachte nur die Geschmeidigkeit beim Registerwechsel und wie er zugleich dem dramatischen Impetus der Opern gerecht wird.

Er agiert also ganz dem CD-Titel entsprechend, „kam, sah und siegte“ in voller Unterstützung des für die historische Aufführungspraxis unter der Leitung der Konzertmeisterin Zefira Valova kompetenten Ensembles Il Pomo d´Oro, das dem Sänger im klangvollen, flächigen Chorsatz einen „roten Teppich“ legt.

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