Franz Ferdinand: Always Ascending (Domino)

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Franz Ferdinand sind in letzter Zeit zunehmend politisch aufgetreten. Kein Wunder also, dass es auch ein paar politisch angehauchte Lieder auf das neue Album „Always Ascending“ geschafft haben. Ziemlich deutlich wird US-Kritik bei „Huck and Jim“, in dem Kapranos davon singt, den Menschen in Amerika vom NHS zu berichten — dem immer wieder auch unter den Briten zu Diskussionen führenden staatlichen Gesundheitssystem Großbritanniens. Politisch verstehen lässt sich auch „Paper Cages“, wenn die Hörer ermutigt werden, eben die gesellschaftlichen „Papierkäfige“ zu verlassen. Ein Politalbum ist „Always Ascending“ deshalb aber noch lange nicht. Auch der Spaß kommt nicht zu kurz: Das zeigt schon die Ode ans Faulsein („Lazy Boy“). Vor allem legt die Band in Sachen Tanzbarkeit eine Schippe drauf. Dabei geht auch der für „Franz“ typische Gitarren-Sound nicht verloren. Und das, obwohl es das erste Album mit neuer Formation ist. Gitarrist Nick McCarthy ist gegangen, Dino Bardot (Gitarre) und Julian Corrie (Keyboard) sind neu mit dabei. Letzterer dürfte zum verstärkten Synthesizer-Einsatz beigetragen haben („Always Ascending“, „Feel the Love Go“). Die Musik von Franz Ferdinand klingt jetzt noch mehr nach Disco. In Wien machen die Indie-Rocker aus Glasgow mit dem neuen Material übrigens am 13. März im Gasometer Station.                                           Marie Frech