Franz Schubert: Sinfonien 1 & 8 (Gramola)

In Wien, der Heimat des klassischen Dreigestirns Haydn – Mozart – Schubert, wurde ein neues Orchester aus Mitgliedern führender Klangkörper, das Klangkollektiv Wien, gegründet, um deren Musik mit dem Wiener Geist und Hingabe vom Eindruck einer quantitativ wie qualitativ scheinbar vernachlässigten Pflege zu befreien.

Die vorliegende CD mit der 1. und 8. Sinfonie von Franz Schubert kann etwaigen Vergleichen allemal standhalten. Vielleicht reichen die leidenschaftliche Liebe und das unverkrampfte Musizieren dieses Ensembles für ein Resultat, das nur durch die natürliche Freude junger Begabungen gelingt. Am Pult vermittelt diese Haltung der Celibidache-Schüler Rémy Ballot, der bei den jährlichen St. Florianer Brucknertagen seine Fähigkeiten der Animation und Klangformung vielfach in Bruckner-Sinfonien an den Tag legte.

Was Schubert zur Identifikation braucht, ist klar und deutlich geworden aus der 1. Sinfonie in D-Dur D 82 und nicht weniger aus der 8., besser bekannt als die „Unvollendete“. Die „Erste“ stammt vom 16-jährigen Schubert, eine reizende Kombination aus Charme und Ehrgeiz, Mendelssohn gleich, Beethoven nacheifernd und leichtfüßig-freudvoll, wie es Papa Haydn liebte. Mit der „Unvollendeten“, in der Todestonart h-moll 1822 „aus dem Schmerz gezeugt“, war das Ergriffensein der Deutung in Harmonie mit Schubert spürbar.

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