Freiluftsaison für die Füße

Im Sommer ist für Zehen und Fersen wieder Freiluftsaison. Wer jedoch die falschen Schuhe wählt, tut seinen Füßen nichts Gutes. Flache Ballerinas, Flip-Flops und enge Riemchenschuhe sind zwar luftig, schaden aber meist der Fußgesundheit – Blasen, Schwielen, Fuß- und Gelenkschmerzen sind die Folge und verstärken im schlimmsten Fall sogar Fehlstellungen.

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Dass High Heels die Füße, Sehnen, Bänder und Gelenke strapazieren und man hohe Absätze möglichst selten tragen sollte, wissen die meisten – es gibt aber noch weiteres Schuhwerk, dass sich negativ auf die Fuß- und Gelenkgesundheit auswirkt. „Schlimmer als hohe Absätze sind zum Beispiel Schuhe, die zu eng oder zu klein sind. Sie drängen den Fuß in eine ungesunde Position. Blasen und Schmerzen sind die erste Folge, auf lange Sicht können dadurch Fehlstellungen verstärkt werden“, weiß Max Böhler, Facharzt für Orthopädie und orthopädische Chirurgie.

Auch Schuhe, in denen man kaum Halt findet, wie zum Beispiel Flip-Flops, sind ungesund. Da Fuß und Zehen sich verkrampfen, um die Schuhe am Fuß zu behalten, arbeiten Gelenke und Muskeln anders als gewöhnlich, was zu Schmerzen und langfristigen Auswirkungen auf die Fußgesundheit führen kann.

Hat man keinen festen Halt in seinen Schuhen, ist das Verletzungsrisiko durch Umknicken oder Stolpern erhöht. Sandalen und andere beliebte Sommerschuhe sollten daher immer festen Halt bieten, nicht zu locker am Fuß sitzen und keinen zu hohen Absatz haben, um die Verletzungsgefahr zu minimieren.
„Beim Umknicken kommt es oft zu starken Schmerzen, geschwollenen Knöcheln, einem verletzten Sprunggelenk oder Bänderrissen, die meist eine lange Heilungs- und Behandlungsdauer nach sich ziehen“, warnt Böhler. Ebenso sind zu flache Schuhe, wie gewöhn- liche Ballerinas, auf Dauer nicht empfehlenswert, da sie verhindern, dass der Druck von Vorfuß und Ferse abgefedert wird, was zu Schmerzen an der Fußsohle und Ferse führen kann, die in manchen Fällen sogar ins Bein ausstrahlen können.

Gesunde Alternative

Natürlich muss im Sommer nicht komplett auf offene Schuhe, Absätze und Flip-Flops verzichtet werden. Es gibt luftige und modische Alternativen, die ohne Bedenken getragen werden können. Wichtig ist, dass die Schuhe eine dickere, dehnbare Sohle, breite Riemchen und gegebenenfalls einen Zehentrenner haben, der keine Blasen verursacht. Mittlerweile haben einige Hersteller, modische Schuhe, die gleichzeitig auch die Fuß- gesundheit unterstützen im Programm. „Der oö. Schuhhersteller Think! etwa produziert Schuhe, die optimalen Halt und besten Komfort bieten. Neben dem Design machen ergonomisch geformte Fußbetten und zum Teil Wechselfußbetten, weiches Leder und Sohlen mit einem sanften Auftritt die Schuhe zum idealen Schuhwerk“, empfiehlt Böhler.
Um die Füße insgesamt zu stärken, ist Barfußlaufen eine gute Möglichkeit. Schmerzen, die durch Fehlstellungen ausgelöst werden, zu lindern. Auch das Tragen von Barfußschuhen beim Sport stärkt den Fuß und aktiviert die natürliche Dämpfungsfunktion. „Wichtig ist es, wie bei allen neuen Trainingsmethoden, den Fuß langsam an das neue Lauf- gefühl zu gewöhnen, um ihn nicht zu sehr zu belasten.
Braucht der Fuß aufgrund einer bestimmten Fehlstellung aber eine feste Stütze, ist Barfußgehen hingegen nicht geeignet.