Freiluftsaison fürs Landestheater

Im Linzer Schlosspark wird im Sommer gesungen, getanzt, gelesen und gespielt

Virtuelle Darstellung der Bühne im Park des Linzer Schlosses
Virtuelle Darstellung der Bühne im Park des Linzer Schlosses © Land OÖ

Einen ansprechenden neuen Spielort, der gleichzeitig eine Spielzeit-Verlängerung ermöglicht, hat das Linzer Landestheater aufgetan und am Freitag präsentiert: Von 19. Juni bis 18. Juli 2021 stehen die Ensembles des Hauses im Park des Linzer Schlosses auf der Bühne.

Geboten werden beim ersten Schlosspark Open Air fünf Eigenproduktionen (zwei Premieren und drei Repertoirestücke) des Landestheaters und neun Gastspiele, insgesamt 49 Veranstaltungen. Das Programm lockt mit Opern- und Musicalklängen, Schauspiel, Tanz, Lesungen und Kabarett.

Als „weiteres Signal, dass das kulturelle und künstlerische Leben erwacht“, betrachtet Landeshauptmann Thomas Stelzer dieses zusätzliche Angebot. Die Vorfreude auf Kulturveranstaltungen, die ab 19. Mai wieder möglich sind, sei groß, mit dem Schlosspark Open Air lasse sich davon etwas nachholen.

Gleichzeitig deutet der Landeshauptmann angesichts guter Entwicklungen in Sachen Corona-Zahlen an, dass er sich dafür einsetzen werde, Chören und anderen Kulturvereine wieder die Möglichkeit zu proben zu geben.

Kultur unter Sternen für jeden Geschmack

In die Landestheater-Freiluftsaion gestartet wird am 17. Juni mit der Premiere der Musicalgala „All we have is now“ mit Hits von „König der Löwen“ bis „West Side Story“, von Queen bis Abba. Ähnlich breit gefächert wird eine „Große Opern- & Operettengala“ (ebenfalls eine Premiere) sein, zu der Musiktheaterensemble, Chor des Landestheaters und Bruckner Orchester einladen.

Operettenfreunde dürfen sich auf „Das Dreimäderlhaus“ freuen, Tanzbegeisterte auf Mei Hong Lins Interpretation von „Bilder einer Ausstellung“ samt Flügelbegleitung und Live-DJ. Ideal fürs Sommertheater eigne sich die Produktion „Gefährliche Liebschaften“ in der Regie von Susanne Lietzow, die das „Gefühl eines festlichen Anlasses“ vermittle und obendrein die Videowände der 16 Meter breiten und acht Meter tiefen Bühne einbinde, so Landestheater-Intendant Hermann Schneider, der dezidiert auch die gute Zusammenarbeit mit der Landeskultur-GmbH, die den Spielort zur Verfügung stellt, lobt: „Das zeigt, dass die Pandemie auch positive Begleiteffekte haben kann, dass es Solidarität und Verständnis gibt.“

Apropos Solidarität: Die zeigt das Landestheater mit dem Theater Phönix, das nicht nur unter der Pandemie, sondern auch unter den Folgen eines Brandes zu leiden hat. Das Landestheater stellt dem Phönix Proberäume zur Verfügung und hat das Theater eingeladen, beim Schlosspark Open Air mit dabei zu sein: Am 6. Juli wird „Rozznjagd“ von Willard Manus und Peter Turrini gespielt.

Als Gäste stellen sich im Schlosspark ansonsten die Wiener Band 5/8erl in Ehren (3. Juli), der grandiose Puppenspieler Nikolaus Habjan samt Musicbanda Franui mit einem Georg Kreisler-Abend (am 12. Juli zum ersten Mal in Linz), Schauspielstar Karl Markovics zu einem Leseabend mit Musik (7. Juli) ein. Die Kammerschauspieler Sona MacDonald und Johannes Krisch begeben sich auf die Spuren von Ernest Hemingway und seiner Brief-Geliebten Marlene Dietrich (28. Juni). Freunde des schrägen Humors dürfen sich auf Klaus Eckel (1. Juli), Omar Sarsam (8. Juli), Martina Schwarzmann (29. Juni) und Stermann & Grissemann, die ihr zweites Loriot-Programm zum Besten geben (9. Juli.), freuen.

„Als Kulturbotschafter sehen wir uns in der Verantwortung, Kunst und Kultur auch in besonderen Zeiten zu ermöglichen“, betonte Christina Huber, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse OÖ, deren Bankinstitut die Veranstaltungsreihe unterstützt. 579 Sitzplätze unter freiem Himmel und umrahmt von herrlichen alten Baumbeständen stehen zur Verfügung. Der Vorverkauf ist angelaufen, die Kartenpreise bewegen sich zwischen 20 und 64 Euro. Sollte die Reihe gut ankommen, wäre eine Fortsetzung für die Verantwortlichen durchaus vorstellbar.

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