Freispruch für Besitzer von Schießanlage

Teppich war Schuld am Feuer mit einem Toten und einem Verletzten

WELS/DESSELBRUNN – Nach einer Explosion in einem Schießkanal in Desselbrunn (Bez. Vöcklabruck), bei der 2018 ein Mann getötet und ein zweiter verletzt worden ist, wurde am Freitag im Landesgericht Wels der Eigentümer der Anlage nicht rechtskräftig freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft hatte ihm die fahrlässige Herbeiführung einer Feuersbrunst mit Todesfolge sowie fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen.

Am 1. Februar 2018 war im Schießkanal ein Feuer ausgebrochen, als zwei Sportschützen ein Gewehr einschossen. Der 50- und der 62-Jährige versuchten noch selbst zu löschen. Es entstand aber eine Stichflamme, von der die Männer erfasst wurden. Der Jüngere erlag wenige Tage später im Spital seinen schweren Brandverletzungen. Die Löscharbeiten waren schwierig und gefährlich. Die Feuerwehr füllte schließlich den Schießkanal durch eine Lüftungsöffnung mit Löschschaum, um den Brand zu bekämpfen. Brandermittler konnten erst nach Tagen die Anlage betreten.

Laut Gutachten habe der Eigentümer Ö-Normen nicht eingehalten, weil er einen Fliesenboden anbringen hatte lassen. Als ein Amtssachverständiger diesen wegen Splittergefahr beanstandete und eine Bodenauflage verlangte, legte man einen schwer brennbaren Teppich auf. Laut Gutachter sammelten sich darauf Treibladungsreste, die sich am Unglückstag entzündeten und, als die beiden Schützen den Teppich zusammenschlugen, eine Stichflamme verursachten.

Die Verhandlung drehte sich über weite Strecken um die Frage, wer dafür verantwortlich war, dass der Teppich aufgelegt wurde. Das Gericht kam nach Aussage mehrerer Zeugen zur Ansicht, dass das nicht der Eigentümer, sondern der Pächter, ein Schießverein, war. Zwar sei auch der Fliesenboden nicht Ö-Norm-konform, „schuld am Unfall war aber der Teppich“, begründete der Richter den Freispruch.

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