French-Open-Favorit Djokovic nahm Impf-Wirbel als „Antrieb“

Der Tennis-Weltranglisten-Erste Novak Djokovic sieht den Wirbel um seinen Verzicht auf eine Impfung gegen das Coronavirus und die verweigerte Starterlaubnis bei mehreren Turnieren auch als Motivation. „Ich versuche immer, diese Situationen und Widrigkeiten als Antrieb für die nächsten Herausforderungen zu nutzen“, sagte der Serbe, der am Sonntag seinen 35. Geburtstag feiert, nach dem Sieg beim Masters-1000-Turnier in Rom.

Mit dem Triumph ist Djokovic wieder einer der Top-Favoriten für die an seinem Ehrentag beginnenden French Open. „So oft wie ich Druck in meinen Leben und in meiner Karriere gespürt habe, war dies ein ganz anderes Niveau“, erinnerte er an seine Ausweisung aus Australien zum Jahresbeginn. „Aber ich denke, dass ich es hinter mir gelassen habe. Ich fühle mich großartig auf dem Platz. Mental bin ich auch frisch.“

Seinen Titel bei den Australian Open zu Saisonbeginn hatte Djokovic nicht verteidigen können, weil er wegen des Fehlens der Impfung des Landes verwiesen wurde. Auch bei den US-Turnieren in Indian Wells und Miami war er aus diesem Grund nicht zugelassen. Zuletzt war eine Corona-Impfung bei vielen Turnieren aber keine Voraussetzung mehr. Am Sonntag gelang Djokovic durch das 6:0,7:6(5) gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas in Rom sein erster Turniersieg dieses Jahres. Dabei blieb er die komplette Woche ohne Satzverlust.

Auf die Frage nach seinem Favoriten für das zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres in Paris antwortete der unterlegene Tsitsipas: „Aktuell, Carlos Alcaraz oder Novak Djokovic.“ Der 19-jährige Spanier Alcaraz hatte zuletzt beim Masters-1000-Turnier in Madrid im Finale gegen Alexander Zverev triumphiert und auf einen Start in Rom verzichtet. Der 21-malige Grand-Slam-Turniersieger Rafael Nadal plagte sich in der italienischen Hauptstadt mit einer Fußverletzung.

Für Djokovic gab es am Sonntag noch einen weiteren Grund zur Freude. Sein erst siebenjähriger Sohn Stefan hatte am gleichen Tag sein erstes Tennisturnier gewonnen. „Die Reise hat erfolgreich begonnen, mein Sohn hat heute ein Turnier gewonnen. Ein Sonnenschein-Double“, freute sich der „Djoker“. Zwar solle sein Sohn keinerlei Druck verspüren, aber er würde ihn komplett unterstützen, falls dieser sich entscheiden würde, eine Tenniskarriere zu verfolgen. „Er wird sehr viel Aufmerksamkeit bekommen, falls er Tennisspieler wird, besonders in unserem Land.“

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In Genf hat sich der Weltranglisten-Zweite Daniil Medwedew zur Sperre russischer Spieler für Wimbledon geäußert. „Es ist eine schwierige Situation und wie in allen Bereichen des Lebens: wenn du 100 Spieler fragst, wird dir jeder eine andere Meinung liefern“, sagte er im Vorfeld seines ersten Sandturniers dieses Jahres. Nach einer Leisten-Operation Anfang April schlägt sich der Australian-Open-Finalist in der Schweiz auf das zweite Saison-Major ein.

Die Diskussionen rund um den Wimbledon-Ausschluss von Spielern aus Russland und Belarus sind noch nicht zu Ende, im Raum stand auch das Streichen von Weltranglisten-Punkten. Medwedew hat die Hoffnungen auf den Rasenklassiker noch nicht aufgegeben. „Ich weiß nicht, ob die Entscheidung hundertprozentig ist. Wenn ich spielen kann, würde ich glücklich sein. Wenn nicht, werde ich versuchen, andere Turniere spielen.“

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