Frühere Öffnung aller Bundesmuseen dürfte kommen

Die Bundesmuseen dürften nach der Corona-bedingten Totalsperre doch früher für die Besucher öffnen als zunächst angekündigt. Nach dem Vorpreschen der drei größten Häuser Albertina, Belvedere und KHM am Donnerstag zeichnet sich nun ab, dass auch die vier weiteren Bundesmuseen sowie die Österreichische Nationalbibliothek einen früheren Termin anstreben.

Nach dem hörbaren Unmut über die Entscheidung der Häuser, erst mit 1. Juli die Pforten wieder zu öffnen, während Kulturstaatssekretärin Ulrike Lunacek (Grüne) Museen grundsätzlich die Möglichkeit, Mitte Mai zu öffnen in Aussicht stellte, ändern die Institutionen ihre Pläne. Albertina und Albertina modern gaben Donnerstagabend bekannt, mit 27. Mai zu öffnen, das Kunsthistorische Museum (KHM) startet mit Juni und einem Pay-As-You-Wish-Modell, während das Belvedere am 15. Mai das Untere Belvedere, ab 1. Juni das Belvedere 21 und das Obere Belvedere wie geplant am 1. Juli öffnen möchte.

Die ÖNB plant, ihre Museen und Lesesäle Anfang Juni wieder zu öffnen, kündigte Generaldirektorin Johanna Rachinger gegenüber der APA an. Die genauen Bedingungen hingen noch von den gesundheitspolitischen Vorgaben der Bundesregierung ab. In der Nationalbibliothek ist unter anderem die bis 10. Jänner 2021 verlängerte Sonderausstellung zu Beethoven im Prunksaal zu besichtigen.

Im Technischen Museum betont Direktor Peter Aufreiter, dass man derzeit verschiedene Szenarien durchspiele. “Eine Möglichkeit wäre eine Öffnung an Wochenenden und Feiertagen ab Mitte/Ende Mai. Für eine definitive Entscheidung müssen wir allerdings die entsprechende Verordnung durch die Bundesregierung abwarten, um die konkreten Voraussetzungen für eine Öffnung zu kennen”, hieß es gegenüber der APA. Im Fall der Fälle ist dann die aktuelle Sonderausstellung “Special Effects. Die interaktive Ausstellung für Filmfans” im Haus zu sehen.

Im mumok verweist Direktorin Karola Kraus auf eine Anfang kommender Woche angesetzte Bundesmuseenkonferenz mit Staatssekretärin Lunacek, nach der man endgültige Entscheidungen treffen könne. Klar ist, dass gegebenenfalls im Haus im Museumsquartier noch die erst kurz vor dem Shutdown eröffneten Ausstellungen “Gelebt” von Ingeborg Strobl und “Steve Reinke. Butter” sowie die Schauen “James Coleman. Lapsus Exlosure”, “Objects Recognized in Flashes” und “Im Raum die Zeit lesen” zu sehen sein werden.

Auch im Museum für Angewandte Kunst (MAK) arbeitet man an Plänen, das Haus am Ring nun doch früher aufzusperren. Die konkreten Vorhaben wolle man hier Mitte kommender Woche präsentieren. Und im Naturhistorischen Museum unterstreicht Direktor Christian Köberl, dass er sich eventuell eine limitierte Öffnung im späteren Mai vorstellen könne. Dies wolle er aber erst intern besprechen, wofür er auch die anberaumte Sitzung der Bundesmuseumsdirektorenkonferenz abwarten wolle.

Staatssekretärin Ulrike Lunacek indes zeigte sich in einer Reaktion zufrieden mit der Entwicklung: “Ich freue mich, dass die Bundesmuseen nun auch die von mir im Rahmen der ersten Lockerungen vorgestellte Möglichkeit in Anspruch nehmen, stufenweise ab Mitte Mai zu öffnen. Ihren ursprünglichen Wunsch nach gemeinsamer Öffnung am 1. Juli hatte ich akzeptiert.”

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