Früherer Berliner Philharmoniker-Konzertmeister Stern tot

Hellmut Stern (1928-2020) © Archiv Stiftung Berliner Philharmoniker

Der frühere Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, Hellmut Stern, eines der prägenden Orchestermitglieder in der Karajan-Ära, ist tot. Der Violinist sei am Samstag im Alter von 91 Jahren gestorben, teilten die Philharmoniker am Montag mit. Stern gehörte dem Orchester von 1961 bis 1994 an und war auch viele Jahre Mitglied im Philharmoniker-Vorstand.

Der aus einer jüdischen Familie aus Berlin stammende Musiker war nach den Novemberpogromen von 1938 mit seiner Familie nach Harbin in China geflüchtet. Dort unterstützte er seine Eltern mit Auftritten als Geiger und Pianist in Bars und auf Hochzeiten. “Wir hatten nichts außer unserer Leidenschaft für Musik”, sagte Stern in einem “taz”-Interview.

1949 konnte die Familie nach Israel ausreisen, wo Stern im Israel Philharmonic Orchestra spielte. Bei einer Europa-Tournee des Orchesters 1955 kehrte Stern zusammen zu einem kurzen Besuch nach Berlin zurück. Später zog er mit seinen Eltern in die USA, 1961 kehrte die Familie nach Berlin zurück, Stern trat in die Philharmoniker ein.

Sterns Rückkehr sei ein Zeichen für Aussöhnung und Vergeben gewesen, sagte Orchestervorstand Alexander Bader. Stern habe sich auch dafür eingesetzt, dass die Philharmoniker 1990 erstmals in Israel spielten, damals unter der Leitung des Dirigenten Daniel Barenboim. Jenseits des Konzertpodiums habe sich Stern besonders für die demokratische Selbstbestimmung des Orchesters eingesetzt.

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