Frühjahrslohnrunde gestartet, Plus 1,45 Prozent als Standard

Das Coronavirus hat im Vorjahr für äußerst ruhige Kollektivvertragsverhandlungen gesorgt, die Sozialpartner waren sich oftmals schon in der ersten Verhandlungsrunde einig – selbst die sitzfleischerprobten Metaller. Abgeschlossen wurde im Regelfall bei einem Lohn- und Gehaltszuwachs von 1,45 Prozent, womit die Inflationsrate der vergangenen zwölf Monate abgedeckt wurde. 2020 betrug sie 1,4 Prozent, aktuell liegt die Teuerungsrate bei 0,8 Prozent.

„Das Motto für die diesjährige industrielle Lohn- und Gehaltsrunde im Frühjahr lautet: Ein Danke wird nicht reichen“, gaben sich heute die Gewerkschaften PRO-GE und GPA in einer Aussendung kämpferisch. Sie fordern höhere Löhne und Gehälter sowie kürzere Arbeitszeiten. „Jetzt gilt es, die Wirtschaftsbelebung mit ordentlichen Lohn- und Gehaltserhöhungen kräftig zu unterstützen. Es geht heuer um nachhaltig mehr Geld für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und nicht um eine Inflationsabgeltung“, stellen die gewerkschaftlichen Chefverhandler für die Elektro- und Elektronikindustrie (EEI), Rainer Wimmer (PRO-GE) und Karl Dürtscher (GPA) klar. Die EEI ist nach der Metallindustrie mit ihren 50.000 Beschäftigten die zweitgrößte heimische Industriebranche, der Abschluss im Vorjahr lag bei plus 1,6 Prozent.

Bereits vergangene Woche startete die Textilindustrie mit 12.000 Beschäftigten in den kollektivvertraglichen Verhandlungsreigen. Den Abschluss der Frühjahrslohnrunde bildet traditionell der Glasindustriesektor mit den ersten Verhandlungen im Mai.

Kräftig Sand im Getriebe ist derzeit bei der Leiharbeitsbranche. Nach zwei Gesprächsrunden gibt es laut PRO-GE noch keinen weiteren Verhandlungstermin. Was am Tisch liege würde eine deutliche Schlechterstellung bei den Kündigungsfristen bedeuten, kritisieren die Arbeitnehmervertreter.

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