„Für mich ist das wie ein Oscar!“

Was die älteste und die jüngsten Darsteller am neuen Landestheater-Musical „Wie im Himmel“ begeistert

Birgit Zamulo, alter Hase am Theater, eingerahmt von Jungmimen Declyn Lehner und Gabriel Federspieler
Birgit Zamulo, alter Hase am Theater, eingerahmt von Jungmimen Declyn Lehner und Gabriel Federspieler © privat, Landestheater

Birgit Zamulo ist ein bekanntes Gesicht am Linzer Landestheater, war die in Wien geborene und in Bayern lebende Schauspielerin doch von 1991 bis 1998 fixes Ensemblemitglied. „Linz ist meine Heimat, mein Mutterhaus“, sagt Zamulo im VOLKSBLATT-Gespräch. „Hier habe ich sehr viel gespielt, aber auch sehr viel gekämpft, weil manche Rolle wahnsinnig herausfordernd war.“ Etwa die der Piaf, die sie vor knapp 30 Jahren mit großem Erfolg hier gegeben hat – ja, so, wie es heute der Linzer Musicalstar Daniela Dett tut, an deren Seite Zamulo übrigens demnächst spielen wird. „Daniela Dett ist als Piaf viel, viel besser als ich“, streut Zamulo ihrer „Nachfolgerin“ Rosen. „Aber Gottseidank ist es uns damals ebenfalls geglückt und die Menschen haben es gemocht.“ Auch aus Musicals, die in Bad Leonfelden oder Bad Hall aufgeführt wurden, kennt man die Schauspielerin.

„Ich bin die Älteste und genieße das!“

Für die Musicalproduktion „Wie im Himmel“ nach Film und Buch von Kay und Carin Pollak, die in der Inszenierung von Matthias Davids am 11. September am Landestheater ihre deutschsprachige Erstaufführung erlebt, hat man Zamulo wieder an ihre alte Wirkungsstätte geholt. In dem Stück geht es um einen Dirigenten, der nach einer Erkrankung in das Dorf seiner Kindheit im Norden Schwedens zurückkehrt. Wegen seines Pseudonyms erkennt ihn zunächst niemand. Widerstrebend übernimmt er die Leitung des Kirchenchors. Neben Zamulo sind u. a. Daniela Dett, Celina Dos Santos und Gernot Romic zu erleben.

Birgit Zamulo singt und spielt die Rolle des ältesten Mitgliedes des Kirchenchores. „Ich bin die 75-jährige Olga, die noch nie aus ihrem Dorf rausgekommen ist“, erzählt Zamulo. „Olga ist schwerhörig, liebt es, in diesem Chor zu singen und mag die Menschen in ihrem Ort. Ich finde die Rolle wunderschön und empfinde sie als Riesengeschenk.“ Mit Olga hat Zamulo, die auf eine lange Karriere mit Stationen an Theatern u. a. in Osnabrück, Stuttgart und München zurückblicken kann, nicht nur das Alter gemein, sie ist auch die älteste Darstellerin im Linzer Ensemble — und stolz darauf: „Ich denke, dass das wahrscheinlich meine letzte Rolle in der Größenordnung sein wird. Und ich finde das wunderbar, dass ich nicht jünger spielen muss, nicht schöner sein muss: Ich bin die Älteste und genieße das! Ich freue mich, dass ich in meinem Alter das Privileg habe, noch spielen zu dürfen.“ Auch alte Bekannte aus ihrer Linzer Zeit sind mit dabei: „Peter Andreas Landerl war damals mit mir im Ensemble, ich war damals schon fortgeschritten. Daraus ist eine Freundschaft entstanden.“

Mit Geige, Talent und großem Einsatz

Am Montag geht es mit den Proben weiter, Zamulo freut sich schon riesig drauf. Für mich ist diese Rolle mein Oscar, ich bin beglückt, das machen zu dürfen.“ Mit dabei sind dann auch Gabriel Federspieler (11) und Declyn Lehner (13), die zu den Jüngsten auf der Bühne zählen. Sie teilen sich die Rolle des Kleinen Daniel, das ist die junge „Version“ der Hauptfigur. Weil der Kleine Daniel mit einem Violinsolo das Stück eröffnet, übt Gabriel, Schüler des Akademischen Gymnasiums, in den Ferien intensiv Geige. Und das ist nicht seine erste Rolle: Seit 2018 singt er im Kinderchor des Landestheaters und stand u.a. auch schon im „Hasen mit den Bernsteinaugen“, in „Le Prophète“ oder „Carmina Burana“ in Linz auf der Bühne. Gabriel stammt aus einer Musikerfamilie – Mama Claudia spielt 1. Geige im Bruckner Orchester – und kann sich vorstellen, selbst einmal Musiker oder Schauspieler zu werden. „Das fällt mir leicht. Lampenfieber habe ich auch nicht wirklich und es ist cool, mit Profis zu arbeiten.“ Auch Gabriels Geschwister waren im Kinderchor am Landestheater. „Gabriels Interesse für die Schauspielerei ist allerdings ein Spezifikum in unserer Musikerfamilie“, sagt Claudia Federspieler. „Er hat schon als kleines Kind gern zuhause Balladen rezitiert.“ Die Möglichkeit, am Theater mitzuwirken, sei jedenfalls eine tolle Sache für Kinder und Jugendliche abseits von Computer & Co: „Wer da Feuer fängt, hat einen Riesengewinn.“

„Die Musik im Stück gefällt mir gut!“

Mit Declyn Lehner aus Scharten versteht Gabriel sich gut, die beiden nutzen Probenpausen gern zum Tratschen. Declyn, der schon bei Prima la Musica einen ersten Preis gemacht hat, ist ein großes Geigentalent und deswegen für die Produktion geholt worden. Schon im Alter von drei Jahren hat er sich dazu entschlossen, lieber Geige zu spielen, als Musikalische Früherziehung zu besuchen. „Mit sieben kam dann Schlagzeug dazu, Fagott hat er wieder sein lassen, es sollte ja auch noch Platz sein etwa für Fußball“, erzählt seine Mama Simone. „Mit Schauspiel hatte ich noch nichts zu tun“, erklärt Declyn, das mache ihm zwar Spaß, er habe aber auch ein wenig Respekt davor, weil es das erste Mal sei. Den Film „Wie im Himmel“hat er schon gesehen und er ist voller Vorfreude auf die Bühnenversion: „Die Musik im Musical gefällt mir gut.“

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von Melanie Wagenhofer

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