Fußball: Frankreichs Premierminister erklärte Saison für beendet

In Frankreich wird die Fußball-Saison 2019/20 aufgrund der Coronavirus-Pandemie aller Voraussicht nach nicht zu Ende gespielt. Mit der Ligue 1 fällt damit die erste der fünf europäischen Topligen dem Virus zum Opfer.

Die Absage kam von höchster Stelle. Am Dienstagnachmittag erklärte Frankreichs Premierminister Edouard Philippe anlässlich der Nationalversammlung in Paris, dass „die Saison 2019/20 im Profisport, insbesondere im Fußball, nicht wieder aufgenommen werden kann“.

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Damit beendete Philippe die Hoffnungen auf eine Fortführung der seit Mitte März ausgesetzten Fußballsaison in Frankreich jäh.

Philippe begründete die frühzeitige Kommunikation der Entscheidung damit, den Veranstaltern von Großevents Planungssicherheit geben zu wollen. Bis im September würden in Frankreich keine Events mit mehr als 5.000 Teilnehmern durchgeführt werden können, fuhr Philippe fort.

Das Sportministerium präzisierte am Abend gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die Saison jedoch im August noch fortgesetzt werden könnte. Bis Ende Juli seien aber keine Spiele erlaubt, auch nicht unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Eine Reaktion der Ligue 1 steht noch aus. Sollte die Saison tatsächlich abgebrochen werden, könnte Paris Saint-Germain zum Meister erklärt werden.

Der Club von Trainer Thomas Tuchel führt die Tabelle mit zwölf Punkten Vorsprung auf Verfolger Olympique Marseille an. Stade de Reims, der Club von Ex-Sturm-Graz-Verteidiger Dario Maresic, ist Fünfter.

Ursprünglich wollte die Liga ab 17. Juni ohne Publikum den Spielbetrieb fortsetzen. Dazu wird es nicht kommen. Zwar soll ab 11. Mai Individualsport an der frischen Luft wieder erlaubt sein, nicht aber gemeinschaftliche Aktivitäten. Damit ist für die Clubs auch eine Rückkehr in den Trainingsbetrieb nicht möglich.

Ein Saisonabbruch wäre nun für die französischen Clubs mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden. Mehr als 100 Millionen Euro würden den Clubs an TV-Geldern entgehen, dazu kommen fehlende Einnahmen durch Ticketing und Sponsoring.

Frankreich wird damit nach den Niederlanden die zweite europäische Fußballliga sein, die dem Coronavirus zum Opfer fällt. Auch in Belgien, das seine Entscheidung auf Anfang Mai vertagt hat, droht das Abbruch-Szenario.

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