Fußball: Keine Aufstockung der österreichischen Bundesliga, Ried-Antrag abgelehnt

Die SV Ried und Austria Klagenfurt haben im Kampf um einen Platz in der Fußball-Bundesliga in der kommenden Saison einen Rückschlag erlitten. Der Antrag der beiden Vereine auf Aufstockung des Oberhauses von 12 auf 14 Clubs wurde am Donnerstag bei der außerordentlichen Hauptversammlung der Liga mit „fast 80 Prozent der Stimmen“ abgelehnt, wie Liga-Vorstand Christian Ebenbauer danach berichtete.

Es drohen rechtliche Schritte. Das untermauerten die beiden Klubs in der Folge via Aussendung. Die 2. Liga auf sportlichem Wege zu Ende zu spielen, sei nach wie vor die bevorzugte Variante für Ried und Klagenfurt. Sollte dies nicht möglich sein, würde nur noch die Möglichkeit bleiben, eine Entscheidung vor Gericht herbeizuführen, verlauteten die Innviertler.

Sie kritisierten auch, dass ein weiterer eingebrachter Antrag, den Vorstand der Liga zu beauftragen, eine bessere Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Aufstockung zu evaluieren, nicht zugelassen wurde. „Alle Versuche, sportliche Solidarität und ein gemeinsames Vorgehen der Vereine zu erreichen, fanden keine Unterstützung“, schrieben die Rieder.

Dem von Ried für nächste Woche angekündigten Antrag, die Saison eventuell mit weniger Mannschaften zu Ende zu spielen und die „Ausgeschiedenen“ nicht zu sanktionieren, konnte Ebenbauer nichts Positives abgewinnen. „Das geht aus meiner Sicht überhaupt nicht. Meisterschaftsbewerbe werden dazu gespielt, Lizenzen und Zulassungen erteilt, dass auch gespielt wird“, erläuterte der 44-Jährige.

Ligastart steht und fällt mit der Frage der Quarantäne

In Sachen Start der Bundesliga drängt laut Ebenbauer die Zeit, er hofft auf ein Mannschaftstraining spätestens Ende nächste Woche, nur dann wäre ein Meisterschaftsstart Ende Mai/Anfang Juni realistisch. Der heutige Termin mit Gesundheitsminister Rudi Anschober (Grüne) sei sehr konstruktiv gewesen, schon am morgigen Freitag tagt eine neu eingerichtete Arbeitsgruppe, die sich vor allem mit der Frage der Quarantäne bei einem positiven Test beschäftigt.

„Fakt ist, dass ein Meisterschaftsbetrieb nicht möglich ist, wenn bei einem positiven Test die ganze Mannschaft in Quarantäne muss“, betonte Ebenbauer einmal mehr. Er sei aber überzeugt, dass man die gesetzlichen Vorgaben einhalten könne. Eine Entscheidung wird es nächste Woche geben. Für ihn liegen die Chancen für eine Bundesliga-Fortsetzung bei „über 50 Prozent“. Für die zweite Liga sei er pessimistischer.

Noch im Laufen sind Gespräche mit TV-Rechteinhaber Sky, um Liga-Spiele im frei empfangbaren Fernsehen zu zeigen. „Wir versuchen, möglichst vielen Fans die Möglichkeit zu bieten, Spiele im Free-TV zu sehen“, sagte Ebenbauer.

Auf der Vollversammlung wurde zudem die Lizenzbestimmungen in beiden Ligen gelockert, ein eingeleitetes Sanierungsverfahren bedeutet demnach keinen automatischen Abstieg, sondern etwa einen Punkteabzug und Transfersperren.

 

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