Fußball: Miroslav Klose hat mit dem SCR Altach viel vor

Miroslav Klose ist neuer Cheftrainer des SCR Altach. © APA/dpa/Matthias Balk

Miroslav Klose ist am Montag offiziell als neuer Cheftrainer von Fußball-Bundesligist SCR Altach vorgestellt worden. Sowohl Klose als auch die SCR-Leitung bemühten sich, die Erwartungen etwas zu dämpfen. Man habe eine aufreibende Saison hinter sich, in der der Klassenerhalt nur knapp gelang. „Es liegt viel harte Arbeit vor uns“, betonte Klose, diese wolle man Schritt für Schritt angehen. Der SCR werde mit Klose „ein Stück weiter wachsen“, war Geschäftsführer Längle überzeugt.

Während die Euphorie über Kloses Verpflichtung in Vorarlberg einem Klose-Salto gleichkam, wollten die Altach-Verantwortlichen am Boden bleiben. Die Freude, dass der Coup gelang, den WM-Rekordtorschützen als Nachfolger für Ludovic Magnin zu verpflichten, war den Verantwortlichen am Montag dennoch anzumerken. Er sei „glücklich und stolz“, aber man werde „keine Luftschlösser“ bauen, betonte Längle. Niemand werde von Klose verlangen, den Club in die Top sechs zu bringen. Klose sei als bodenständig und harter Arbeiter bekannt, Altach vertrete idente Werte. Zu Vertragsdetails war offiziell nichts zu erfahren, aber Klose sei „nicht wegen des Geldes“ gekommen.

Federführend beim Engagement des neuen Cheftrainers war der sportliche Leiter Werner Grabherr, der am Montag vor einer Woche über den einstigen Salzburg-Geschäftsführer Jochen Sauer mit Klose in Kontakt trat. „Es war sofort klar, dass ich mit Werner an einen Tisch muss“, sagte der 44-Jährige. Er habe ein „super Gefühl“ gehabt. „Hier wollen die Leute, dass was entsteht, und da will ich gerne einen Beitrag leisten“, so der Deutsche über sein für viele überraschendes Engagement.

„Ich setze mich sehr unter Druck. Ich habe klare Vorstellungen, ich muss mich aber anpassen in meinen Erwartungen“, so Klose, der erstmals einen Posten als Cheftrainer im Erwachsenen-Fußball übernimmt. Den Spielern wolle er vor allem Spaß und Freude vermitteln. Wichtig sei ihm eine tägliche Verbesserung im Training und im Spiel. „Die Fans müssen sehen, dass der SCR Altach alles gegeben hat“, betonte er. Es werde dabei nicht immer alles gelingen, „das ist ein Prozess“.

Am Montag verschaffte sich der Weltmeister von 2014 einen ersten Eindruck von der Mannschaft: „Ich habe viele positive Sachen gesehen.“ Man werde im Trainingslager schauen, welche Ziele und Wege dahin man gemeinsam erarbeiten könne. Ganz fit in Sachen österreichische Bundesliga schien Klose noch nicht zu sein: Er habe schon das eine oder andere Spiel gesehen, „für den großen Eindruck aber brauche ich Zeit“.

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Grabherr hoffte, dass Klose die Professionalisierung des Vereins weiter vorantreiben wird. „Der Prozess hat uns gefordert“, so Grabherr über die Trainersuche. Zunächst sei nach dem letzten Spiel viel Druck abgefallen, dann folgte Magnins Abgang und man suchte zunächst vergeblich am österreichischen Markt. Da sei ein Blick „über den Tellerrand“ in die Schweiz und Deutschland naheliegend gewesen. Er sei nun „sehr, sehr froh“. Klose stehe für eine sehr aktive Spielidee, man hoffe, mit ihm vielleicht auch für Überraschungen sorgen zu können und konkurrenzfähig zu sein. Klose sei ein „Siegertyp auf dem Platz und als Mensch im Club ein Gewinn“. Die weitere Kaderplanung laufe, stellte Grabherr Verstärkung Aussicht. Auch Klose zeigte sich angetan von den Bedingungen und dem Team in Altach. „Ich darf dort arbeiten, wo andere Urlaub machen“, so sein Eindruck von Vorarlberg.

Klose hatte seine aktive Karriere vor sechs Jahren beendet und danach als Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft erste Erfahrungen gesammelt. Im Anschluss hatte der ehemalige Stürmer zwei Saisonen lang die U17 des FC Bayern München betreut, bevor er 2020/21 als Assistenzcoach ins Trainerteam von Hansi Flick wechselte. Weiterhin Co-Trainer zu sein, sei für ihn nicht der richtige Weg, hatte Klose in der Vergangenheit erklärt. Gemeinsam mit dem Deutschen wechselt Slaven Skeledzic als Co-Trainer ins Rheindorf.

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