Mitarbeiter sollen Coronatests nicht kontrollieren

Mitarbeiter sollen keine Coronatests kontrollieren, um Kunden oder Gäste in die Betriebe zu lassen. So lautet die einhellige Antwort aus der Gastronomie, dem Handel und der Gewerkschaft GPA auf einen dahingenden Vorschlag von Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Montag. Die Idee Mitarbeiter Coronatests kontrollieren zu lassen sei „unverschämt und absurd“, so GPA-Chefin Barbara Teiber.

Die Nachricht, dass Innenminister Nehammer entgegen der Ankündigung von Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) die Gastronomiebetriebe die sogenannten Freitestungen für einen dortigen Besuch kontrollieren lassen will, hat in der Branche „wie eine Bombe eingeschlagen“. Das sagte der Gastro-Spartenobmann in der Wirtschaftskammer, Mario Pulker, zur APA. Die Wirte könnten die Kontrolle keinesfalls übernehmen.

Nehammer sorge mit seinen Angaben für eine zusätzliche Verunsicherung bei den Gastronomen in einer unsicheren Zeit, so Pulker am Montag. Er verlässt sich, wie er betonte, auf den heute bekräftigten Standpunkt von Tourismusministerin Köstinger, wonach die Behörden für eine Kontrolle zuständig sein sollen. „Wir werden nicht kontrollieren. Das ist für uns nicht möglich“, sagte Pulker.

Die Verordnung kommt vom Gesundheitsministerium von Rudolf Anschober (Grüne). Diese ist aber noch nicht veröffentlicht.

Pulker appellierte an die Bevölkerung sich impfen zu lassen und zu Coronatests zu gehen, um so rasch wie möglich wieder zur Normalität zurückzukehren. „Denn diesen Auf-Zu-Zustand werden wir nicht mehr lange überleben“, so Pulker über die Gastronomie.

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Auch im Handel zeigt man sich über die aktuellen Aussagen aus dem Innenministerium „überrascht und verwundert“, wonach auch die Händler ab dem 18. Jänner die Freitestungen vor dem Geschäft selbst kontrollieren sollen. „Die Gesundheitsbehörde muss für gesundheitsbehördliche Kontrollen zuständig bleiben“, erklärte Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will am Montag laut Mitteilung.

Auch die für den Handel zuständige Gewerkschaft GPA hat es am Montag ausgeschlossen, dass Handelsmitarbeiter Coronatests kontrollieren. Der Vorschlag Nehammers sei „unverschämt und absurd“, so GPA-Vorsitzende Barbara Teiber.

„Schon jetzt klagen Handelsangestellte aufgrund der angespannten Situation über Zunahme von Aggressionen von Seiten der KundInnen. Eine zusätzliche Belastung wäre unzumutbar. Wenn der Gesetzgeber meint, die Strategie der Freitestungen wäre sinnvoll, so hat er auch für die nötigen organisatorischen Rahmenbedingungen zu sorgen“, so Teiber.

Auch die Handelssparte der Wirtschaftskammer (WKÖ) hat sich am Montag noch massiv dagegen verwehrt, dem Handel die Kontrolle der Coronatests umzuhängen. „Wir haben weder die Kapazitäten noch die rechtlichen Befugnisse, solche Kontrollen durchzuführen“, so Obmann Rainer Trefelik in einer Aussendung.

Der laufende dritte Lockdown soll nur für jene Personen tatsächlich am 17. Jänner enden, die sich entsprechend „freitesten“ lassen. Für alle, die keinen Coronatest machen möchten, gilt der Lockdown hingegen bis 24. Jänner. In der Woche von 18. bis 24. Jänner ist ein Einkauf im stationären Handel oder der Besuch von Gastronomiebetrieben nur dann möglich, wenn die Kunden einen negativen Covid-Test vorweisen können.

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