Gastronomie braucht länger Kurzarbeit und Öffnung bis 23 Uhr

Der Gastronomie-Branchenobmann in der Wirtschaftskammer (WKÖ), Mario Pulker, hat am Mittwoch eine Reihe von Appellen an die Bundesregierung, das Arbeitsmarktservice (AMS), das Austria Wirtschaftsservice (aws) und Banken gerichtet.

So sei es absolut notwendig, dass Gastrobetriebe nach der erhofften Wiedereröffnung ab Mitte Mai „bis mindestens 23 Uhr aufsperren dürfen“.

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Alles andere sei „betriebswirtschaftlich nicht darstellbar. Es ist unmöglich nur bis 15, 17 oder 18 Uhr zu öffnen“, appelliert Pulker an die Bundesregierung, der er insgesamt für die geschnürten Pakete dankt. Das Abendgeschäft müsse erlaubt werden. „Das verhandeln wir. 60.000 Mitgliedsbetriebe brauchen eine Öffnungsmöglichkeit bis 23 Uhr, sonst wird das tödlich.“

Ebenso „nachverhandeln beziehungsweise klarstellen“ will Pulker mit der Bundesregierung und dem AMS auch, dass wiedereröffnende Gastronomiebetriebe sofort Kurzarbeit und nicht erst nach einer vierwöchigen Frist anwenden können – „wohl im Umfang von rund 50 Prozent“.

Weiters werde die Branche wie auch der Tourismus eine Verlängerung der Kurzarbeit brauchen. „Die zwei Mal drei Monate reichen nicht. Wir sind die am stärksten und am längsten von der Corona-Krise betroffene Branche. Denn der internationale Tourismus, der auch für die Gastronomie absolut wichtig ist, wird sich wohl nicht so rasch erholen“, gibt der Branchenvertreter zu bedenken. Schließlich seien viele Länder mit der Verbreitung und Bekämpfung des Virus viele Wochen hinter Österreich.

Pulker bedauerte auch den „Stau“ bei Ansuchen auf Kurzarbeit und Überbrückungskrediten. Auch wenn er wisse, dass alle beteiligten Institutionen (AMS, aws, Banken) „auf Hochdruck 24 Stunden am Tag“ arbeiteten, werde die Lage für viele Betriebe, die auf die Genehmigungen und Bestätigungen warteten, immer prekärer. Bei vielen Betrieben sei der Kontokorrentrahmen ausgeschöpft. „Es wäre wichtig, die Garantien zu beschleunigen, dass Betriebe nicht wegen des Zeitrahmens in Konkursgefahr geraten.“

„Die Zusammenarbeit, der Zugang für Unternehmen und das Hilfspaket sind spitze“, so Pulker. „Aber wir müssen schauen, dass die Hilfen so schnell und so unbürokratisch wie möglich an die Betriebe gehen, damit ihr Überleben gesichert ist.“

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