Gedenkstätte Mauthausen: Filmretrospektive gegen Vergessen

Die diesjährige Filmreihe bei der KZ-Gedenkstätte Mauthausen mit dem Titel „Der Weg in die Konzentrationslager – Menschenverachtung, Antisemitismus, Ausgrenzung“ will ins Bewusstsein rufen, dass der NS-Terror nicht erst mit den KZ begann. Seit 1945 versuchen Regisseure die Erinnerung an die Zeit vor und nach Kriegsausbruch wach zu halten. Von 22. bis 25. August werden vier Werke gezeigt.

Die Open-Air-Retrospektive startet mit dem Streifen „Das Haus in der Karpfengasse“ (Deutschland 1965, Regie: Kurt Hoffmann). Als 1939 deutsche Truppen in Paris einmarschieren, wächst die Unruhe in einem Wohnhaus mit jüdischen und nichtjüdischen Bewohnern.

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„Ein Tag. Bericht aus einem deutschen Konzentrationslager 1939“ (Deutschland 1965 Regie: Egon Monk) dreht sich nicht wie viele Spielfilme um ein Vernichtungslager im Osten Deutschlands sondern thematisiert, was in den KZs in Dachau, Buchenwald und Mauthausen geschah.

Ein Jahr vor dem Prozess gegen den ehemaligen SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann wollte Regisseur Armand Gatti mit seinem Erstlingswerk „Der Verschlag“ (Frankreich, 1960) zeigen, mit welcher psychischen Brutalität die Gefangenen gebrochen wurden. Zwei Häftlinge werden in einer Zelle eingesperrt, wer am nächsten Morgen noch lebt, kommt frei oder beide werden hingerichtet.

Der polnische Spielfilm „Korzak“ (1990, Regie: Andrzej Wajda), benannt nach dem Arzt und Pädagogen Janusz Korzak, handelt von dessen Waisenhaus im Warschauer Ghetto. Der Mediziner versuchte dort unter höchster Gefahr seine humanistischen Erziehungsmethoden umzusetzen.

Die Veranstaltung vor dem Besucherzentrum ist eine Kooperation der KZ Gedenkstätte Mauthausen mit dem Institut für Zeitgeschichte der Uni Wien, Schwerpunkt Visuelle Zeit- und Kulturgeschichte. Eingeleitet werden die Filmvorführungen, die jeweils um 20 Uhr beginnen, mit einem kurzen Vortrag vom Zeitgeschichtler Frank Stern. Der Eintritt ist kostenlos.