Gefährliche Notstromaggregate: Fahndung nach acht Iren

Tödlicher Unfall in Vöcklabruck steht mit diesen Geräten im Zusammenhang – Ursache aber noch nicht geklärt

Die Polizei warnt vor diesen von irischen Händlern in Österreich vertriebenen Notstromaggregaten. Sie schalten sich bei einem Kurzschluss nicht selbst ab und können daher in Brand geraten.
Die Polizei warnt vor diesen von irischen Händlern in Österreich vertriebenen Notstromaggregaten. Sie schalten sich bei einem Kurzschluss nicht selbst ab und können daher in Brand geraten. © LPD OÖ

Der tödliche Unfall mit einem Notstromaggregat am Montag in Vöcklabruck steht in Zusammenhang mit einer Betrugsserie: Im Vorjahr verkauften irische fahrende Händler defekte Aggregate, die nur Schrottwert hatten. Das Gerät, das bei dem Unglück in Flammen aufgegangen ist, stammt aus dieser Serie, die genaue Ursache des Unglücks wird aber noch ermittelt.

Im Vorjahr häuften sich die Anzeigen in OÖ, aber auch in der Steiermark, Tirol und dem nördlichen Salzburg, dass irische Händler Notstromaggregate zum Preis von 250 bis 500 Euro feilgeboten haben, die wertlos und zudem brandgefährlich sind: Nicht nur, dass die Leistung äußerst gering ist, das CE-Zeichen sowie die – falsch geschriebene – Angabe „Weatrer Proof“ (statt „Weather Proof“) gefälscht sind und Typenschild sowie TÜV-Zertifikat fehlen, auch ein fataler Sicherheitsmangel wurde entdeckt: Bei einem Kurzschluss kommt es nicht zur Abschaltung des Stromkreises, was laut Polizei höchste Brandgefahr bedeutet.

Mehr als 100 Geräte dürften im Umlauf sein

Mehr als 40 Anzeigen hat Wilfried Aigner, Polizeibeamter in Windischgarsten, bereits auf seinem Tisch. „Die ersten Hinweise auf irische Händler führen schon ins Jahr 2016 zurück, aber im Vorjahr waren sie ab Februar vor allem in Oberösterreich besonders aktiv. Ich weiß zudem von einer Lieferung von 80 Geräten im August, die noch nicht eingerechnet sind“, sagt Aigner zum VOLKSBLATT. Neben den schwarzen Geräten der Marke „Wurzhoff Germany“ sollen auch rote im Umlauf sein. „Acht Personen sind zur Fahndung ausgeschrieben“, bestätigt Andreas Pechatschek von der Staatsanwaltschaft Steyr dem VOLKSBLATT: „Eine neunte Person ist namentlich noch nicht bekannt.“

Ob der tödliche Unfall am Montag im Bezirk Vöcklabruck mit einem Bedienungsfehler zusammenhängt oder davon herrührt, dass die Gefahr von dem schadhaften Gerät ausging, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Wie berichtet erlitt ein 50-Jähriger, als er bei seinem Notstromaggregat Benzin nachfüllte, tödliche Verbrennungen. Es war zu einer Explosion oder Stichflamme gekommen, die den Mann voll erfasste.

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Polizei und Staatsanwaltschaft warnen eindringlich vor den von diesen Händlern erworbenen Notstromaggregaten. Man soll sie keinesfalls in Betrieb nehmen und nicht weiterverkaufen. Derartige Geräte wurden gestern allerdings bereits auf willhaben.at um 600 Euro angeboten. Hinweise an die PI Windischgarsten unter Tel. 059133/4128 erbeten.

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